Verzascatal

Das Verzascatal (italienisch Valle Verzasca) ist ein Tal im Schweizer Kanton Tessin, das zum Bezirk Locarno gehört. Im Verzascatal liegen die Ortschaften Mergoscia, Vogorno, Corippo, Lavertezzo, Brione (Verzasca), Gerra (Verzasca), Frasco und Sonogno. Ausser Mergoscia, das als eigene Gemeinde zum Kreis Navegna gehört, sind heute alle zur Gemeinde Verzasca zusammengeschlossen, die identisch mit dem Kreis Verzasca ist.

 Schalenstein Sass di Striöi bei Berzona/Vogorno

Wegen seiner schweren Erreichbarkeit gilt das Verzascatal als eines der Täler, das am besten seine Ursprünglichkeit bewahren konnte.

Zeugen einer sehr frühen Besiedlung der Verzasca-Region fanden sich an der Mündung der Verzasca. Dort wurden Steinarten aus der jüngeren Steinzeit (1800 v. Chr.) gefunden. In Berzona, einem Ortsteil (frazione) von Vogorno, liegt am Wanderweg ein grosser Schalenstein, der Sass di Striöi (Hexenstein), der vermutlich um 600 bis 700 v. Chr. bearbeitet wurde. Insgesamt gibt es im Verzascatal rund neunzig derartig eingemeisselte Felsen. In Tenero wurde 1880 eine bedeutende römische Nekropole aus dem 1. und 2. Jahr. n. Chr. entdeckt. Die Funde (Bronzen, Amphoren, Münzen) befinden sich im archäologischen Museum des Castello dei Visconti in Locarno.[1]

Vermutlich um 1000 n. Chr. gründeten die Talbewohner eine Gemeinschaft (comunità) bestehend aus den vier Dorfgenossenschaften (vicinie): Vogorno (mit Corippo), Lavertezzo, Brione (mit Gerra) und Frasco (mit Sonogno). Die Gemeinschaft gehörte zum Pieve von Locarno, gegen den sie sich 1398 auflehnte. Zwischen 1410 und 1500 geriet das Tal abwechselnd unter die Herrschaft der Eidgenossen, Savoyer, Leventiner und der Rusca. Nach 1686 konnte sich die Gemeinschaft von den Marcacci Vögten befreien. 1803 wurde das Verzascatal ein Kreis (circolo) mit dem Hauptort Lavertezzo. In religiöser Hinsicht gehörte das Verzascatal bis zum 13. Jahrhundert zur Pfarrei San Vittore di Locarno.[1]

 
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Rustici entlang des Wanderweges
↑ a b Elfi Rüsch: Distretto di Locarno IV, Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Bern 2013, ISBN 978-3-03797-084-3, S. 21–27.
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