Usbekistan
Kontext von Usbekistan
Usbekistan (usbekisch Oʻzbekiston; amtlich Republik Usbekistan, usbekisch Oʻzbekiston Respublikasi) ist ein 448.978 km² großer Binnenstaat in Zentralasien mit 37 Millionen Einwohnern. Er grenzt im Norden an Kasachstan, im Nordosten an Kirgisistan, im Südosten an Tadschikistan, im Süden an Afghanistan und im Südwesten an Turkmenistan. Hauptstadt und mit rund 3,1 Millionen Einwohnern größte Stadt der ehemaligen Sowjetrepublik ist Taschkent. Weitere wichtige Städte des islamisch geprägten Landes sind Samarkand und Buchara an der historischen Seidenstraße.
Nach der Staatsgründung wurde das Land autoritär durch Islom Karimov regiert. Nach der Übernahme der Präsidentschaft durch Shavkat Mirziyoyev 2016 wurden viele Repressionen gelockert, aber dennoch kommt es noch regelmäßig zu schwerwiegenden Verletzungen der Menschenrechte.
Mehr über Usbekistan
- Währung Soʻm
- Anrufcode +998
- Internet Domäne .uz
- Mains voltage 220V/50Hz
- Democracy index 2.12
- Bevölkerung 34915100
- Fläche 448978
- Fahrseite right
- SicherheitNach dem Tode des langjährigen Diktators Karimov, hat Präsident Shavkat Mirziyoyev seit 2017 politische Reformen eingeleitet, die jedoch nicht sehr weitgehend sind. Die gegebenen Ratschläge sollte man zur eigenen Sicherheit weiterhin beherzigen (14.11.2020).
Auf der einen Seite ist die Menschenrechtssituation in Usbekistan fragwürdig, wie einige massive Menschenrechtsverstöße der letzten Jahre belegen. Auf der anderen Seite herrscht in Usbekistan ein hohes subjektives Gefühl von Sicherheit gerade für Reisende. Mit dem wachsenden Wohlstand im neuen Jahrtausend ist Kriminalität kein wirklich bedrohender Faktor. Die extrem hohe Polizeipräsenz trägt ebenfalls dazu bei.
Die Kriminalitätsrate in Usbekistan ist nicht höher als in Deutschland. Vorsicht ist wie fast überall bei großen und unübersichtlichen Menschenansammlungen, z. B. Basaren, geboten. Auch vor Hotels und touristischen Sammelpunkten muss man etwas auf Taschendiebe achten. Vielfach werden als solche kenntliche Ausländer von Taxifahrern und Händlern durch stark überhöhte Preise betrogen.
…WeiterlesenSicherheitWeniger lesenNach dem Tode des langjährigen Diktators Karimov, hat Präsident Shavkat Mirziyoyev seit 2017 politische Reformen eingeleitet, die jedoch nicht sehr weitgehend sind. Die gegebenen Ratschläge sollte man zur eigenen Sicherheit weiterhin beherzigen (14.11.2020).Auf der einen Seite ist die Menschenrechtssituation in Usbekistan fragwürdig, wie einige massive Menschenrechtsverstöße der letzten Jahre belegen. Auf der anderen Seite herrscht in Usbekistan ein hohes subjektives Gefühl von Sicherheit gerade für Reisende. Mit dem wachsenden Wohlstand im neuen Jahrtausend ist Kriminalität kein wirklich bedrohender Faktor. Die extrem hohe Polizeipräsenz trägt ebenfalls dazu bei.
Die Kriminalitätsrate in Usbekistan ist nicht höher als in Deutschland. Vorsicht ist wie fast überall bei großen und unübersichtlichen Menschenansammlungen, z. B. Basaren, geboten. Auch vor Hotels und touristischen Sammelpunkten muss man etwas auf Taschendiebe achten. Vielfach werden als solche kenntliche Ausländer von Taxifahrern und Händlern durch stark überhöhte Preise betrogen.
Von nächtlichen Überlandfahrten wird abgeraten, Fernbusse dürfen nur bei Tageslicht verkehren. Die usbekische Miliz ist korrupt, man trifft Milizposten fast überall an, Straßensperren sind routinemäßig an den Provinzgrenzen und auch sonst auf den Überlandstraßen eingerichtet. Man sollte sich hier der Mentalität anpassen und Strafen zahlen, auch wenn diese scheinbar willkürlich und grundlos verhängt werden. Forsches Auftreten, am besten Schimpfen in einer Fremdsprache, kauft unteren Chargen bei Willkürakten oft den Schneid ab. Mit Dollars lässt sich fast alles regeln. So bieten beispielsweise die Milizposten auf dem Registan in Samarkand den Touristen ungeniert an, sie für drei Dollar (Stand Ende 2006) auf das eigentlich gesperrte Minarett der Ulugbek-Medrese zu führen. In jedem Fall sollte man seine Identitätsdokumente (Reisepass mit Visum, wichtig auch die Bestätigungsabschnitte der Hotelaufenthalte!) immer mit sich führen und möglichst nicht aus der Hand geben. Oft reicht die Vorlage eine Kopie der Seiten mit den persönlichen Daten und Visum.
Die Menschenrechtssituation im Lande ist schwierig.[1] Folter und Gewaltanwendung durch die Staatssicherheitsorgane ist nicht nur bei Staatsschutzverbrechen (Islamismusverdacht) Routine,[2] Haftstrafen drakonisch. Man sollte in der Öffentlichkeit jegliche Äußerung gegenüber Einheimischen zur politischen Situation der Präsidialdiktatur Karimows vermeiden, auch um diese nicht in Schwierigkeiten zu bringen.
Aufgrund des sogenannten islamistischen Terrors geht man auch in Usbekistan von einer latenten Gefährdungslage aus, was als Rechtfertigung für eine extreme Polizeipräsenz mit zahlreichen Kontrollpunkten an städtischen Ausfallstraßen herhalten muss. Zwischen den vielfältigen ethnischen Gruppierungen kommt es hin und wieder zu Spannungen, im Frühjahr 2005 wurden Unruhen im Fergana-Tal blutig niedergeschlagen (offiziell 9, tatsächlich mindestens 400 Tote), dabei wurden mehrere Verhaftete zu Tode gekocht.[2] Das Verhältnis zum Nachbarland Turkmenistan ist seit einem Anschlag auf Präsident Karimow sehr schlecht, auch die Beziehungen zu Tadschikistan sind nicht gut.
Die Ausfuhr von Antiquitäten ist verboten, hier ist insbesondere bei Silberschmuck Vorsicht geboten, da als Antiquität alles zählt, was vor 1950 hergestellt wurde. Bestechungsversuche bei der Zollkontrolle am Taschkenter Flughafen sind riskant, man sollte am besten auf unsichere Käufe verzichten. Es besteht Fotografierverbot bei allen militärischen Einrichtungen, insbesondere auch Grenzübergängen. Transportmittel wie die Taschkenter Metro, die Eisenbahn und Flughäfen sind ebenfalls vom Fotografierverbot betroffen.
↑ ECCHR ↑ 2,0 2,1 Murray, Craig; Murder in Samarkand: a British Ambassador's controversial defiance of tyranny; Edinburgh 2006; ISBN 1845961943