Россия

Russland
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Kontext von Russland

Russland (russisch Rossija [rɐˈsʲijə]), amtlich die Russische Föderation (russisch Rossijskaja Federazija ‚Russländische Föderation‘), ist ein Bundesstaat in Osteuropa und Nordasien, mit der Exklave Kaliningrad in Mitteleuropa. Mit etwa 17 Millionen Quadratkilometern ist Russland der nach der Fläche größte Staat der Welt und umfasst etwa ein Neuntel der Landmasse der Erde. Mit 144,5 Millionen Einwohnern (2019) steht es an neunter Stelle der bevölkerungsreichsten Staaten und ist zugleich einer der am dünnsten besiedelten.

Der europäische Teil des Staatsgebiets ist viel dichter besiedelt und verstädtert als der über dreimal so große asiatische Teil: Etwa 77 % der Bevölkerung (110 Millionen Einwohner) leben westlich des UralWeiterlesen

Russland (russisch Rossija [rɐˈsʲijə]), amtlich die Russische Föderation (russisch Rossijskaja Federazija ‚Russländische Föderation‘), ist ein Bundesstaat in Osteuropa und Nordasien, mit der Exklave Kaliningrad in Mitteleuropa. Mit etwa 17 Millionen Quadratkilometern ist Russland der nach der Fläche größte Staat der Welt und umfasst etwa ein Neuntel der Landmasse der Erde. Mit 144,5 Millionen Einwohnern (2019) steht es an neunter Stelle der bevölkerungsreichsten Staaten und ist zugleich einer der am dünnsten besiedelten.

Der europäische Teil des Staatsgebiets ist viel dichter besiedelt und verstädtert als der über dreimal so große asiatische Teil: Etwa 77 % der Bevölkerung (110 Millionen Einwohner) leben westlich des Urals. Die Hauptstadt Moskau ist eine der größten Städte und Metropolregionen der Welt. Das zweitwichtigste Zentrum ist Sankt Petersburg, das von 1712 bis 1918 Hauptstadt war und heute vor allem ein wichtiges Kulturzentrum bildet. Die nächstgrößten Millionenstädte sind Nowosibirsk, Jekaterinburg, Kasan und Nischni Nowgorod. Insgesamt gibt es in Russland 15 Millionenstädte und fast 70 Agglomerationen mit über 500.000 Einwohnern.

Die föderale Gliederung Russlands besteht aus acht Föderationskreisen und 85 Föderationssubjekten. Russland ist ein über 100 Ethnien zählender Vielvölkerstaat, wobei ethnische Russen fast 80 % der Bevölkerung ausmachen.

Russland ist heute ein Schwellenland im Bereich des oberen mittleren Einkommens. Nach der Erholung von der postkommunistischen Transformationskrise der 1990er-Jahre wurde das Land die heute elftgrößte, nach Kaufkraftparität sechstgrößte Volkswirtschaft der Welt, direkt hinter Deutschland. seine Rohstoffreserven sind mit etwa 20 bis 30 % die wahrscheinlich größten der Welt, mit erheblichen Vorkommen von Primärenergieträgern – vor allem Erdgas. Russland ist seit Mitte der 1980er-Jahre, damals noch als Teil der Sowjetunion, einem stetigen wirtschaftlichen, demografischen und militärischen Leistungsverfall ausgesetzt. 1991 mit dem Zerfall der Sowjetunion noch als Supermacht klassifiziert, entfaltet es nur noch das Potenzial als Regionalmacht – wie die Atommächte Israel, Pakistan und Nordkorea.

Russland ist seit 1946 ständiges Mitglied des Weltsicherheitsrates und zudem Mitglied von WTO, OSZE, APEC und der SCO sowie führendes Mitglied der regionalen Organisationen GUS, OVKS und EAEU.

Die Russische Föderation ist „Fortsetzerstaat“ der Sowjetunion in internationalen Organisationen und ständiges Mitglied des Weltsicherheitsrates. Dem sowjetischen Bundesstaat voraus gingen das Russische Kaiserreich, das Zarentum Russland und ursprünglich das Großfürstentum Moskau, ein Teilfürstentum des früheren ostslawischen Reiches Kiewer Rus. Um 1990 endete der Kalte Krieg, Russland wurde zwischenzeitlich ein wenig demokratischer und näherte sich leicht „dem Westen“ an. Die damalige Verfassung sieht für Russland eine semipräsidentielle Demokratie vor, die Verfassungswirklichkeit entspricht gemäß vielen Demokratie-Indizes heute jedoch der einer Autokratie, zum Teil auch den Modellen defekter Demokratien bzw. Postdemokratien. Von russischer Seite wird hierfür gelegentlich selbst der Begriff „gelenkte Demokratie“ gebraucht. Auch Korruption und Menschenrechtsverletzungen sind bis heute weit verbreitet.

Russlands Anteil am globalen Bruttoinlandsprodukt hat sich mit Beginn der Sanktionen 2014 als Folge der Annexion der Krim und verschärft mit dem Überfall auf die Ukraine 2022 von 4 auf 2,85 Prozent (2022) reduziert. Vor allem seit dem Angriff auf das Nachbarland sind die wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zum Westen sehr stark belastet.

Mehr über Russland

Grundinformation
  • Währung Russischer Rubel
  • Ursprünglicher Name Россия
  • Anrufcode +7
  • Internet Domäne .ru
  • Speed limit 90
  • Mains voltage 220V/50Hz
  • Democracy index 3.31
Population, Area & Driving side
  • Bevölkerung 137550949
  • Fläche 17075400
  • Fahrseite right
Verlauf
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    Kiewer Rus um die Wende vom 1. zum 2. Jahrtausend
     
    Russland erreichte im 19.Weiterlesen
     
    Kiewer Rus um die Wende vom 1. zum 2. Jahrtausend
     
    Russland erreichte im 19. Jahrhundert seine größte territoriale Ausdehnung.

    Russlands Geschichte erlebte seit ihrem Beginn im 9. Jahrhundert vielfältige Brüche. So ist die russische Geschichte eine Eigenentwicklung, die sich von der Entwicklung seiner Nachbarn in Europa deutlich unterscheidet. Ursächlich dafür ist ein ständiges In- und Gegeneinanderspiel typisch russischer Merkmale aus sozialen Begebenheiten und geographischen Einflüssen, die seine Geschichte auf weiten Strecken begleiteten. So gab die erdräumliche Lage Russland eine Brückenstellung zwischen Europa und Asien, die je nach Kräftelage die Aggression fremder Mächte (größere Einfälle u. a. 1240, 1242, 1609, 1709, 1812, 1917, 1941) oder die eigene Expansion begünstigte. Dazu trug das Fehlen natürlicher Grenzen bei, was Russland im Wechselspiel mit der Erfahrung fremder Einfälle dazu veranlasste, die Grenzen so weit auszudehnen, bis natürliche Grenzen einen wirksamen Schutz bilden konnten (vgl. Russische Kolonisation).[1] Dieses starke, aus historischen Einfällen resultierende Sicherheitsbedürfnis Russlands setzt sich bis heute fort.

    Die Spannung zwischen wirtschaftlichen Notwendigkeiten und der Bewältigung bzw. Nichtbewältigung durch die jeweils herrschenden Gruppen gehört ebenso zu den Konstanten der russischen Geschichte. Beispielhaft zu nennen sind die Nichtbewältigung der sozialen Unruhen im Zuge des Industriezeitalters mit ihren Höhepunkten in der Revolution 1905, der Februar- und der Oktoberrevolution 1917 oder die postkommunistische Systemtransformation der 1990er-Jahre.

    Die aus der byzantinischen Orthodoxie übernommenen Denkweisen führten zu Spannungen mit modernistischen Tendenzen und begründeten das markante Spannungsverhältnis zwischen Beharrung und Fortschritt, das sich z. B. bei der Kirchenspaltung 1666/1667 oder den Petrinischen Reformen 1700–1720 deutlich zeigte. Aufgrund der fehlenden römischen Rechtstradition fehlte lange Zeit ein Widerstandsrecht gegen herrscherliche Übergriffe, so dass die Beziehung zwischen Staatsgewalt und der wirtschaftlichen und politischen Freiheit des Einzelnen belastet blieb. Dies zeigte sich besonders im 19. Jahrhundert, als liberale Ideen in Russland vermehrt Anhänger fanden und sich in mehreren Attentaten gegen den russischen Selbstherrscher äußerten (z. B. Dekabristenaufstand).

    Die bis zum Ende der Sowjetunion ausgeprägte Verbindung von genossenschaftlichen mit herrschaftlichen Elementen liegt ursprünglich in der orthodoxen Kirche begründet, wo die Gemeinschaft der Gläubigen eine viel größere Rolle spielte als das Gott gegenüber verantwortliche Individuum. An diese Vorstellungen des Kollektivs knüpften im 19. und 20. Jahrhundert Marxisten und Sozialisten an und setzte diese in der Sowjetunion fort. Der Ausgleich zwischen zentralistischer und dezentraler Herrschaft war in der Geschichte Russlands ein konstantes Problem. Insbesondere in Übergangszeiten (z. B. zwischen 1240 und 1480, nach 1917 und nach 1994) nahmen separatistische Strömungen an den Rändern des Landes zu.

    Altrussland, Mongolensturm und Aufstieg Moskaus
     
    Dmitri Donskoi und der in der Schlacht auf dem Schnepfenfeld besiegte Emir der Goldenen Horde Mamai – Szene des Nationaldenkmals Tausend Jahre Russland (1862)

    Der alte ostslawische Name für das Gebiet des von Slawen bewohnten Teils des europäischen Russlands, Belarus’ und der Ukraine war Rus (siehe Kiewer Rus), auf Griechisch Rossia. Auf diese Form geht der heutige russische Landesname Rossija zurück. Die früheste Geschichte des europäischen Russlands (zur Geschichte des asiatischen Teils siehe Geschichte Sibiriens) ist im Norden geprägt von finno-ugrischen Völkern und Balten, im Süden von den indogermanischen Steppenvölkern des Kurganvolks, der Kimmerer, Skythen, Sarmaten und Alanen; später kamen hier noch Griechen, Goten, Hunnen und Awaren hinzu. In die Mitte, zwischen Dnepr und Bug, kamen die slawischen Völker, die sich ab dem 6. Jahrhundert auch nach Norden und Osten auszudehnen begannen.

    Ab dem 8. Jahrhundert befuhren skandinavische Wikinger die osteuropäischen Flüsse und vermischten sich später mit der slawischen Mehrheitsbevölkerung. Diese auch Waräger oder Rus genannten Kriegerkaufleute waren maßgeblich an der Gründung des ersten ostslawischen Staates, der Kiewer Rus mit Zentren in Kiew und Nowgorod, beteiligt. Im südlichen Steppengebiet und an der Wolga waren hingegen Reiche der aus Asien eingeströmten Turkvölker der Chasaren und Wolgabulgaren entstanden, mit denen die Rus Handel trieben, aber auch Kriege führten. Intensive Kontakte mit dem Byzantinischen Reich führten schließlich 988 zur orthodoxen Christianisierung der Kiewer Rus.

    Das mangelhafte Senioratsprinzip zur Regelung der Erbfolge förderte die Zersplitterung der Kiewer Rus im 12. Jahrhundert und erleichterte die Unterwerfung der zerstrittenen russischen Fürstentümer im Mongolensturm. Die mongolische Invasion der Rus begann 1223 mit der Schlacht an der Kalka; die Übergangsphase bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts wird als „dunkles“ Zeitalter bezeichnet.[2] Die russische Nationalhistoriographie spricht vom „Tatarenjoch“ dieser Zeit. Die mongolische Fremdherrschaft führte demnach für zwei Jahrhunderte zu einem Abbruch der Beziehungen zum Westen und förderte die Abkapselung des orthodoxen Russlands.[3] Die russischen Fürstentümer lagen im Machtbereich der Goldenen Horde, konnten jedoch eine gewisse innere Autonomie bewahren. Derweil mussten die russischen Fürstentümer im Norden und Westen Angriffe von Schweden, Ordensrittern und Litauern abwehren. Unter den zersplitterten und verfeindeten russischen Fürstentümern erwies sich das kleine und unbedeutende Fürstentum Moskau als das durchsetzungsstärkste. Dmitri Donskoi, der verschiedene russische Fürstentümer einen konnte, besiegte im Jahre 1380 die Goldene Horde in der Schlacht auf dem Schnepfenfeld.

    Der Moskauer Großfürst Iwan der Große beendete die Mongolenherrschaft und wurde de facto zum Begründer eines zentralisierten russischen Staates, indem er Schritt für Schritt die umliegenden russischen Länder „einsammelte“ (russisch собирание земель, sobiranije semel), darunter die Republik Nowgorod. Sein Titel „Herrscher der ganzen Rus“ drückte auch den Anspruch auf den vom Großfürstentum Litauen im 14. Jahrhundert beherrschten westlichen Teil der Rus aus. Dies führte zu langanhaltenden Kriegen im 16. und 17. Jahrhundert mit Polen und Litauen (vgl. Russisch-Litauische Kriege). Unter Iwan dem Großen wurde die russische Gesetzgebung reformiert und der Großteil des heutigen Moskauer Kremls erbaut. Sein Enkel Iwan IV. begründete 1547 das Zarentum Russland. Unter seiner Herrschaft begann nach der Einnahme der Tatarenhauptstadt Kasan auch die Eroberung Sibiriens, die russische Kosaken erstmals im 17. Jahrhundert bis an den Pazifik brachte.

    Öffnung Russlands unter Peter dem Großen und Aufstieg zur europäischen Großmacht
     
    Zar Peter I., der Große, Begründer des erneuerten Russischen Kaiserreichs

    An der Wende zum 18. Jahrhundert öffnete Zar Peter der Große das in den alten Strukturen erstarrte Zarentum Russland westeuropäischen Einflüssen und förderte Wissenschaft und Kultur. 1703 gründet er die Stadt Sankt Petersburg, die – seit 1712 als neue Hauptstadt – das Symbol für den russischen Fortschritt werden sollte. Mit dem Sieg gegen Schweden im über 20 Jahre währenden Großen Nordischen Krieg erlangte Russland nach mehr als 150 Jahren der Auseinandersetzung mit Schweden die Vormachtstellung im Ostseeraum (vgl. Nordische Kriege). Russland übernahm die Position Schwedens als nordische Großmacht in Europa. Zur Unterstreichung des neuen Status im diplomatischen Ranggefüge Europas ließ Zar Peter das Russische Zarentum in „Russisches Kaiserreich“ umbenennen und änderte den Monarchentitel offiziell von „Zar“ in „Kaiser“ (russisch Император, Imperator).

    Katharina die Große führte Peters Expansionspolitik weiter. Unter ihrer Regierung wurde das Krimkhanat („Neurussland“) erobert. Durch die Beteiligung an den drei Teilungen Polens wurde die Westgrenze Russlands weit in Richtung Mitteleuropa vorgeschoben. 1812 fielen Napoleons Truppen in Russland ein und eroberten Moskau, wurden schließlich jedoch vernichtend geschlagen. Dies gab den Auftakt zu den Befreiungskriegen, bei denen russische Truppen mit ihren Verbündeten (Preußen, Österreich, Vereinigtes Königreich u. a.) Napoleon endgültig besiegen und zur Abdankung zwingen konnten. Alexander I. zog als „Befreier Europas“ in Paris ein. Nach dem Wiener Kongress 1814/15 erlangte Russland eine dominierende Rolle auf dem europäischen Festland, die bis zum Krimkrieg 1853–1856 andauerte. Aufgrund der festgefahrenen gesellschaftlichen Strukturen wie der Autokratie und der Leibeigenschaft konnte das agrarisch geprägte Reich jedoch mit den sich rasant entwickelnden Industriestaaten immer weniger Schritt halten. Der verlorene Krimkrieg gegen die Westmächte legte die inneren Schwächen des Reiches offen und gab Anstoß zu einer Phase der inneren Reformen. Diese beschleunigten Russlands wirtschaftliche Entwicklung, doch das Land wurde immer wieder von inneren Unruhen destabilisiert, da die politischen Veränderungen nicht weitreichend genug waren und große Teile der Bevölkerung ausgeklammert wurden. Den „Westlern“, die eine Übernahme westeuropäischer Lebensformen und politischer Institutionen propagierten, standen aber immer auch die nationalromantisch geprägten „Russophilen“ oder „Slawophilen“ gegenüber, die einen eigenen, spezifisch russischen Weg in die Moderne forderten und die pauschale Übernahme westlicher Werte ganz oder zum großen Teil ablehnten.

    In den großen Städten entstand um die Jahrhundertwende ein Industrieproletariat, aber sehr rasch auch eine bürgerliche Mittelschicht. Diese forderte ihren Anteil an der Verfügung über die Staatseinnahmen und die Mitverantwortung für die öffentlichen Angelegenheiten. Die Angehörigen der Mittelschicht besaßen aber kein gemeinsames politisches Bewusstsein. Sie verstanden unter politischer Freiheit kein moralisches Ziel, sondern meinten damit die Freiheit der materiellen Entfaltung und gerechte Besteuerung.[4] So ließ sich die Mittelschicht auch nicht auf Dauer von den utopischen Entwürfen der Intelligenzija leiten. Eine Anpassung der Verfassungswirklichkeit des Staates, der die Mittelschicht näher eingebunden hätte, fand aber nicht statt. Stattdessen flammte der Terror wieder auf. Die Niederlage im Russisch-Japanischen Krieg führte letztlich zur Russischen Revolution von 1905. Der russische Kaiser Nikolaus II. war jedoch nicht bereit, grundlegende Reformen einzuleiten und ließ ein weitgehend funktionsloses Parlament, die Duma, das er notgedrungen genehmigt hatte, nur kurze Zeit später wieder auflösen.

    Russische Revolution und Sowjetunion
     
    Boris Kustodijew: Der Bolschewik (1920)
     
    Trotzki, Lenin und Kamenew

    Als im Jahre 1914 der Erste Weltkrieg ausbrach, erfasste Russland als Mitglied der Entente eine patriotische Welle – eine Stimmung, die anfänglich alle Kriegsparteien bestimmte, einschließlich des Deutschen Kaiserreichs und dessen Verbündeten (Mittelmächte). Die anfänglichen Erfolge, vor allem gegen Österreich-Ungarn und das Osmanische Reich, wurden bald abgelöst von einem Stellungskrieg, bis 1917 die Moral der russischen Soldaten nachgab und die Front zusammenbrach. Die Unzufriedenheit der Bevölkerung und die trostlose Versorgungslage führten in der Hauptstadt Petrograd zu Demonstrationen der Arbeiter und Bauern. Nach blutiger Niederschlagung der Demonstranten stürmten diese den Winterpalast und Kaiser Nikolaus II. wurde zum Abdanken gezwungen.

    In Folge kam im Februar 1917 eine provisorische Regierung (unter Beteiligung der Menschewiki und von Sozialrevolutionären) an die Macht, die als Doppelregierung mit Arbeiter- und Soldatensowjets amtierte. Die radikalrevolutionären Bolschewiki stellten hier zunächst eine Minderheit dar. Da die provisorische Regierung zur Enttäuschung weiter Teile der Bevölkerung den Krieg nicht beendete und nötige innenpolitische Reformen nicht in Angriff nahm, gewannen die Bolschewiki unter dem im April aus dem Exil zurückgekehrten Wladimir Iljitsch Lenin an Zulauf und stürzten diese im Oktober 1917.

    Nach der Februarrevolution 1917 erlangten die Frauen in Russland das aktive und passive Wahlrecht.[5] Sie waren sowohl an den Wahlen zu den Sowjets als auch zu den Stadtdumas zugelassen. Im Mai 1917 wurde ein Gesetz beschlossen, das russischen Staatsbürgerinnen und Staatsbürgern über 20 das Recht verschaffte, die Konstituierende Versammlung zu wählen. Nach der Oktoberrevolution wurde das aktive und passive Frauenwahlrecht in der Verfassung der Russischen Sowjetrepublik vom 10. Juli 1918 festgeschrieben.[6][7][8]

    Aus dem der Oktoberrevolution folgenden Bürgerkrieg zwischen den sozialistischen „Roten“ und den gegenrevolutionären „Weißen“ gingen die Bolschewiki als Sieger hervor. Die drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen, wie auch Finnland, errangen dagegen durch Abwehr der Roten Armee bzw. durch längere Bürgerkriege ihre Unabhängigkeit von Russland. Im Laufe des Bürgerkriegs sowie des darauf folgenden Polnisch-Russischen Kriegs verlor Russland 1920 Teile Belarus’ und der Ukraine („Ostpolen“) an Polen. 1921 wurde die russische Sowjetrepublik als Russische Sozialistische Föderative Sowjetrepublik (RSFSR) ausgerufen, die den wichtigsten Teil der späteren Sowjetunion darstellte.

    Am 30. Dezember 1922 wurde aus dem bisher bestehenden Sowjetrussland die Sowjetunion gegründet und eine staatlich kontrollierte Wirtschaftspolitik ausgerufen. Die Sowjets wurden als Eigentümer von Boden und Produktionsmitteln erklärt. Lenins Tod am 21. Januar 1924 führte zu einem erbitterten Nachfolgekampf, in dem sich Josef Stalin gegen Leo Trotzki durchsetzte. Der Stalinismus zeichnete sich durch gezielten Terror aus. Seit 1928 wurde die staatliche Wirtschaft Fünfjahresplänen unterworfen und die Industrialisierung der Sowjetunion vorangetrieben. Die Zwangskollektivierung in der Sowjetunion wurde von der Kampagne der „Entkulakisierung“ begleitet.

    Im August 1939 schloss die Sowjetunion einen Nichtangriffspakt mit dem NS-Staat, wobei in einem geheimen Zusatz auch eine einvernehmliche Aufteilung Osteuropas aufgenommen wurde. Dies ermöglichte Hitler Anfang September 1939 den geplanten Angriffskrieg gegen Polen, der mit einem sowjetischen Angriff gegen Ostpolen Mitte September abgestimmt war. Im Winterkrieg überfiel die Sowjetunion Finnland und gewann kleinere Teile des Landes. 1940 wurden Litauen, Lettland und Estland besetzt.

     
    Ausgebombte Leningrader Frauen verlassen ihre Häuser, Dezember 1942

    Nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941, der zum Deutsch-Sowjetischen Krieg führte (in der Sowjetunion Großer Vaterländischer Krieg genannt), trat das Land der Anti-Hitler-Koalition bei. Allein während der Leningrader Blockade verhungerten über eine Million Menschen in Leningrad. Insgesamt starben in diesem Krieg geschätzt 27 Millionen Sowjetbürger, davon 14 Millionen Zivilisten.[9] Sie konnte aber im Kriegsverlauf den deutschen Truppen schwere Niederlagen zufügen und siegte im Mai 1945 in der abschließenden Schlacht um Berlin. Nach dem Krieg sicherte sich die Sowjetunion großen Einfluss in den angrenzenden Ländern Polen, Tschechoslowakei, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Albanien und in der DDR. In diesen Ländern blieben Hunderttausende sowjetischer Soldaten stationiert. Der Kalte Krieg dominierte bis 1989 die Weltpolitik.

    Der letzte sowjetische Präsident Michail Gorbatschow leitete ab 1987 mit der „Perestroika“ einen Umbau des politischen und wirtschaftlichen Systems in der Sowjetunion ein und förderte mit der Politik der „Glasnost“ die Transparenz und Offenheit der Staatsführung gegenüber der Bevölkerung, worauf einzelne Unionsrepubliken die Unabhängigkeit von der Sowjetunion anstrebten. Nach dem misslungenen Augustputsch in Moskau 1991 konservativer Kommunisten beschlossen der Präsident Russlands Boris Jelzin und Vertreter der Sowjetrepubliken die Auflösung der UdSSR zum 31. Dezember 1991.

    Russische Föderation seit 1992

    Die Russische Föderation übt seit 1992 als größte ehemalige Sowjetrepublik (Russische SFSR) die völkerrechtlichen Rechte und Pflichten der UdSSR aus.[10] In den ersten Jahren ergaben sich innenpolitische Konflikte über den einzuschlagenden Kurs: In der russischen Verfassungskrise 1993 löste Jelzin per Ukas den Volksdeputiertenkongress sowie den Obersten Sowjet Russlands auf, die sich seinen Bemühungen und den Resultaten einer Volksbefragung am 25. April 1993 widersetzt hatten, Wirtschaftsreformen durchzusetzen. Jelzin ordnete eine gewaltsame Stürmung des Parlamentsgebäudes (Weißes Haus) an, in dem sich etwa 100 Parlamentarier und weitere Anhänger verbarrikadiert hatten. Bei der gewaltsamen Niederschlagung eines weiteren Aufstandes gegen ihn am 3. und 4. Oktober gab es in Moskau 190 Tote. Im Dezember billigte die russische Bevölkerung per Volksabstimmung die neue Verfassung der Russischen Föderation (Zweikammersystem, Präsidialverwaltung).

     
    Boris Jelzin und Bill Clinton 1995

    Unter Jelzin wurden in Russland Teile der Wirtschaft privatisiert und Reformen versucht. Dabei gelangten wertvolle Unternehmen, Banken und Rohstoffvorkommen, u. a. Mineralöl, bei Versteigerungen weit unter ihrem Wert in den Besitz von Oligarchen wie beispielsweise Sergey Grishin und Roman Abramowitsch, die gute Beziehungen zu Herrschenden hatten bzw. diesen Schmiergelder und Schutzgelder zahlten.[11] Durch lukrative Geschäfte mit dem Staat konnten die Oligarchen ihren Profit zum Nachteil des Volkes noch steigern.

    1991/92 gab es eine Rubelkrise. Das Bruttoinlandprodukt (BIP) lag 1993 um 12 % unter dem von 1992 und um 29 % unter dem von 1991. Die Industrieproduktion war 1993 um 31,3 %, die Konsumgüterproduktion um 24,8 % und die Nahrungsmittelproduktion um 27,3 % niedriger als 1991. Im Oktober 1993 waren 2400 Produktionsbetriebe vorübergehend stillgelegt, im Februar 1994 4280. Wegen Nichtzahlung von Löhnen und Gehältern kam es zu gesamtwirtschaftlich folgenschweren Streiks, z. B. in den Kohlerevieren.[12]

    Die Inflation war jahrelang hoch und große Teile der Bevölkerung verarmten. 1998 rutschte das Land in die Zahlungsunfähigkeit (→ Russlandkrise). Insbesondere in der Übergangszeit nahmen aufgrund des Erstarkens regionaler Autonomien nach dem Ende der stark zentralistischen Sowjetzeit zentrifugale Strömungen an den Rändern des Landes zu. So sah sich seit Mitte der 1990er-Jahre die russische Regierung mit Unabhängigkeitsbewegungen und Machtkämpfen in zahlreichen Teilrepubliken konfrontiert, besonders im Ersten Tschetschenienkrieg 1994/96, bei dem zehntausende Menschen starben. Von Frühherbst 1999 bis Anfang 2000 brachten russische Truppen den Großteil Tschetscheniens wieder unter ihre Kontrolle (vgl. Zweiter Tschetschenienkrieg).

     
    Entwicklung der Kriminalitätsrate seit 1960

    Die chaotischen Jahre unter Jelzin verunsicherten viele Menschen. Die Geburtenrate war niedrig; Kriminalität, Alkoholismus etc. waren verbreitet. In der Endphase von Jelzins Herrschaft bestand die russische Außenpolitik fast nur noch aus leeren Drohungen und Reaktionen. Dies betraf z. B. die NATO-Osterweiterung und den Kosovokrieg. Auch einige markante Ereignisse wie der Untergang der Kursk im August 2000, der tagelange Brand des Moskauer Fernsehturms Ostankino und das Ende der Mir im März 2001 förderten bei vielen Russen das Gefühl, Russland sei von der Rolle einer Supermacht auf die eines Schwellenlands zurückgefallen.[13]

     
    Wladimir Putin während seiner Rede auf der Münchner Sicherheitskonferenz 2007. Er klagte, dass die USA angeblich nach einer monopolaren Welt strebten.

    Hohe Rohstoffpreise (Öl, Gas, Stahl), eine Steuerreform und Kapitalrückfluss förderten die wirtschaftliche Erholung nach dem Amtsantritt Wladimir Putins. Nach der Geiselnahme von Beslan im September 2004 leitete Putin einen grundlegenden Umbau des Staatswesens ein, der Macht und Kontrolle in noch stärkerem Maß als bisher in den Händen des Präsidenten konzentrierte. „Für Putin ging es später darum, mit Hilfe einer ‚Machtvertikale‘ der Exekutive auf allen staatlichen Ebenen die Alleinherrschaft des Kreml zu sichern.“ Die Machtvertikale wird von westlichen Beobachtern wie z. B. Margareta Mommsen (2012) als in jeder Hinsicht unvereinbar mit Vorstellungen einer eigenständigen Rolle des Parlaments, von wechselnden parlamentarischen Mehrheiten sowie vom freien Wettbewerb politischer Parteien gesehen.[14] Selbst die höchsten politischen Amtsträger verfügten über kein klares Verfassungsverständnis; mit diesem Ansatz könne weder eine Verfassungslegitimität noch eine Verfassungskultur entstehen. „Unterdessen wird der praktizierte Autoritarismus als ein notwendiges Provisorium gerechtfertigt. So beruft sich Putin gerne auf eine ‚Herrschaft per Handsteuerung‘. […] Damit gab er sich überzeugt, dass der politische Prozess weiterhin der persönlichen Lenkung und der ad hoc-Arrangements anstatt der Verfassung folgen müsse.“[14]

    Nach den Fälschungen der Parlamentswahlen 2011 kam es zu Großdemonstrationen mit Hunderttausenden von Teilnehmern. Darauf und auf die Proteste bei der Präsidentenwahl reagierte die Staatsmacht mit noch mehr Repression; es wurde bereits verhaftet, wer sich mit einer anderen „protestierenden“ Person traf; jede andere Protestform als ein Einzelprotest wurde verboten,[15] Anmeldungen von Demonstrationen zur Bewilligung waren stets willkürlichen Regeln unterworfen. Auch wurde ein Gesetz über „ausländische Agenten“ in Russland eingeführt.

    Ab 2013 begann die Stagnation der Wirtschaft.[16]

    Am 20. Februar 2014 kam es in einem nur halb verdeckten Militäreinsatz prorussischer Kämpfer zu Angriffen auf die durch einen Freundschaftsvertrag mit Russland verbundene Ukraine. Deren vertraglich garantierte Souveränität wurde vor allem durch die russische Annexion der Halbinsel Krim verletzt. Am 21. März 2014 wurde der Föderationskreis Krim gegründet. Die völkerrechtliche Legitimität dieser Schritte ist außerhalb Russlands, aber auch in Russland selbst umstritten.[17][18]

    Der von Russland 2014 angestoßene Hybridkrieg in der östlichen Ukraine währte nach einer internationalen Eindämmung über mehrere Jahre. Am 24. Februar 2022 folgte darauf der russische Überfall auf die Ukraine.

    In der Gesellschaft war es in der Zwischenzeit zu mehreren Demonstrationswellen gekommen. 2018 demonstrierten die Menschen wochenlang gegen die Erhöhung des Rentenalters, 2019 kam es neben einer bewilligten Großdemonstration[19] trotz Demonstrationsverboten zu wochenlangen Protesten gegen den Ausschluss von Kandidaten bei den Kommunalwahlen.[20] Diese Proteste wären moralisch, nicht politisch, so Leonid Gosman, daher vereinten sie Menschen verschiedener politischer Ansichten gegen die Arroganz und Unzulänglichkeit der Behörden mit ihren Lügen und ihrer Verachtung der Menschen.[21] Weitere Proteste gab es in Chabarowsk 2020 nach der offensichtlich politisch motivierten Festnahme des Gouverneurs Sergei Furgal. Im Januar 2021 protestierten Zehntausende gegen die Festnahme von Alexei Nawalny.

    Nachdem die russische Propaganda auf die Menschen eingewirkt hatte, erreichte eine mäßige Zustimmung zu Putins Krieg gegen die Ukraine 2022 laut einer Umfrage rund 58 Prozent, während 23 Prozent diesen klar ablehnten. Die Zustimmung war unter den über 66-Jährigen mit 75 Prozent am höchsten, während sie bei den unter 24-Jährigen noch 29 Prozent betrug.[22] Am 21. Oktober 2022 wurde nach Anordnung des Präsidenten ein Koordinierungsrat „für die Erfüllung der Bedürfnisse der russischen Streitkräfte“ geschaffen, in welchem verschiedene Minister einsitzen und welcher die Aufgabe hat, die Lieferung und Reparatur von Waffen, militärischer Ausrüstung sowie die Versorgung der Armee mit materiellen Ressourcen und medizinischer Versorgung sicherzustellen.[23] Russische Soldaten hatten sich monatelang über mangelhafte Versorgung und Waffen beklagt, nach der Mobilmachung Ende September waren diese Mängel verstärkt ersichtlich geworden. Durch den Koordinationsrat wurden zivile Strukturen für die Versorgung der Armee verantwortlich.[24]

    Vgl. Carsten Goehrke, Manfred Hellmann, Richard Lorenz, Peter Scheibert: Russland (Weltbild Weltgeschichte – Russland, Bd. 31). Weltbild-Verlag, Augsburg 1998, ISBN 3-89350-989-5, S. 10–12. Carsten Goehrke u. a.: Russland, S. 76. Hans-Joachim Torke: Einführung in die Geschichte Russlands, C.H. Beck, München, S. 47. Carsten Goehrke, Manfred Hellmann, Richard Lorenz, Peter Scheibert: Russland (Weltbild Weltgeschichte – Russland, Bd. 31). Weltbild-Verlag, Augsburg 1998, ISBN 3-89350-989-5, S. 246–248. Dolf Sternberger, Bernhard Vogel, Dieter Nohlen, Klaus Landfried (Hrsg.): Die Wahl der Parlamente und anderer Staatsorgane. Band 1: Europa. De Gruyter, Berlin 1969, ISBN 978-3-11-001157-9, S. 1090. In Artikel 64, vgl. Archivierte Kopie (Memento vom 5. November 2017 im Internet Archive) und Leo Trotzki: Geschichte der russischen Revolution, Frankfurt am Main 1982, S. 303 ff. Bianka Pietrow-Ennker: Russlands „neue Menschen“. Die Entwicklung der Frauenbewegung von den Anfängen bis zur Oktoberrevolution. Campus Verlag, Frankfurt am Main/New York 1994, ISBN 3-593-36206-6, S. 350. Russian Federation: State Duma – New Parline: the IPU’s Open Data Platform. In: IPU Parline. Abgerufen am 6. Oktober 2018 (englisch). Rolf-Dieter Müller (Hrsg.): Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg Band 10: Der Zusammenbruch des Deutschen Reiches 1945. Halbband 2: Die Folgen des Zweiten Weltkrieges. Deutsche Verlags-Anstalt, München 2008, ISBN 978-3-421-04338-2, Die Menschenverluste im Zweiten Weltkrieg (Karte mit Grafik/Tabelle), ohne Seitenangabe, hinteres Vorsatzblatt (= letzte Doppelseite vor Buchrückseite). Dort angegebene Quellen: Der Große Ploetz 2008; Oxford Compendium; Overmans, Deutsche militärische Verluste; Mourik, Bilanz. Andreas Zimmermann: Staatennachfolge in völkerrechtliche Verträge, S. 91 ff. in der Google-Buchsuche Julia Smirnova: Milliardenprozess lüftet Geheimnisse der Oligarchen, Welt Online vom 31. August 2012. Henrik Bischof (1994): Rußland auf zum letzten Gefecht (PDF; 100 kB) Katrin Liska: Reisegast in Russland, München 2006, S. 90. ↑ a b Margareta Mommsen: Verfassungsordnung versus politische Realität, hrsg. von der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), 14. Juni 2012. Mischa Gabowitsch: Piket. In: Dekoder.org. 22. Februar 2017, abgerufen am 8. März 2022. Dmitrij Trawin: Russland-Analysen – Kommentar: Warum hat Putin den Kurs geändert?, bpb, 18. Dezember 2017. В России создан Крымский федеральный округ, RBC, 21. März 2014. Archiviert vom Original am 22. März 2014. Abgerufen am 22. März 2014. Vorlage:Cite news: Der Parameter language wurde nicht angegeben.Vorlage:Cite news/temporär Putin appoints Oleg Belavintsev his envoy to Crimean Federal District, ITAR-TASS, 21. März 2014. Vorlage:Cite news: Der Parameter language wurde nicht angegeben.Vorlage:Cite news/temporär 50.000 Menschen gehen in Moskau auf die Strasse – für fast ein Fünftel ist es die erste politische Protestaktion ihres Lebens, NZZ, 10. August 2019. Russische Opposition setzt Proteste für freie Wahlen fort, NZZ, 31. August 2019. Leonid Gosman: Die Sonne von Austerlitz (Memento vom 30. Juli 2019 im Internet Archive), 24. Juli 2019. 58 percent of Russians support the invasion of Ukraine, and 23 percent oppose it, new poll shows, The Washington Post, 8. März 2022. Мишустин призвал обеспечить российских военных всем необходимым в сжатые сроки – Ведомости, vedomosti.ru, 24. Oktober 2022. Amid Ukraine War, Putin is Changing How Russia is Governed, Moscow Times, 1. November 2022; Tim Vincent Dicke: Unterm Deckmantel des Ukraine-Kriegs baut Putin sein System der Macht um, Merkur.de, 3. November 2022.
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  • Sicherheit

    Die ersten Jahre nach Zusammenbruch der Sowjetunion waren von einem immensen Anstieg der Kriminalität begleitet. Mittlerweile hat sich die Lage etwas gebessert, es ist dennoch Vorsicht geboten. Tragen Sie nach Möglichkeit keinen teuren Schmuck bzw. Uhren offen oder den Geldbeutel an einer leicht zugänglichen Stelle (z. B. hintere Hosentasche)

    In Russland herrscht vielfach noch die feste Meinung vor, dass Westeuropäer im Allgemeinen durchweg sehr reich sind und viel Geld zu vergeben haben. Gehen Sie nicht auf Angebote ein, von Fremden zu einem „tollen Markt“ oder einer Sehenswürdigkeit geführt zu werden.

    Erwarten Sie im Ernstfall keine umgehende Hilfe der örtlichen Miliz. Diese oftmals überforderten Dienststellen haben sich in der Vergangenheit als schlechte und wenig kooperative Hilfe erwiesen. Aus der Miliz ("militsiya") wurde 2011 offiziell die Polizei ("politsiya"), der erstere Name ist aber umgangssprachlich weiterhin üblich.

    Derzeit werden überall Kameras aufgebaut (Straßen, Wohnviertel, Hauseingänge), in jedem guten Wohnviertel gibt es Sicherheitsleute und Kameras. Sehr viele Menschen haben ihr Auto mit Kameras ausgestattet, da in der Vergangenheit sehr oft nicht das Unfallopfer Recht bekam, sondern derjenige mit dem meisten Geld oder den besten Kontakten.

    Meinungsfreiheit

    In den letzten Jahren wurde das politische System repressiver und die Meinungs- und Medienfreiheit sukzessive eingeschränkt. Insbesondere mit der Invasion in die Ukraine ab Februar 2022 wurden die Regeln noch weiter verschärft. So ist es verboten, von einem "Krieg" oder einer "Invasion" zu sprechen. Die offiziellen staatlichen Termini sind beispielsweise "Spezialoperation" oder "Friedensmission". Zuwiderhandlung kann mit massiven Geldstrafen bis zu 15 Jahren Haft geahndet werden. Auch Ausländer sind von diesen Regelungen betroffen (beispielsweise Journalisten). Auch sanfte Kritik an der Regierung, am Präsidenten, oder an Behörden kann (und wird) rigoros bestraft werden.

    Auch haben in jüngerer Zeit zahlreiche unabhängige Medienbetriebe, NGOs und auch ausländische Medien ihren Betrieb in Russland einschränken oder einstellen müssen, bzw. wurden ausländische Webseiten und soziale Medien blockiert. Es kann also nicht davon ausgegangen werden, dass die Bewohner Zugang zu objektiven oder ausgewogenen Berichte zum aktuellen Weltgeschehen haben.

    Um sich selbst aber auch Gesprächspartner nicht in Schwierigkeiten zu bringen, empfiehlt es sich, in Gesprächen und online keine aktuellen Ereignisse anzusprechen.

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    Sicherheit

    Die ersten Jahre nach Zusammenbruch der Sowjetunion waren von einem immensen Anstieg der Kriminalität begleitet. Mittlerweile hat sich die Lage etwas gebessert, es ist dennoch Vorsicht geboten. Tragen Sie nach Möglichkeit keinen teuren Schmuck bzw. Uhren offen oder den Geldbeutel an einer leicht zugänglichen Stelle (z. B. hintere Hosentasche)

    In Russland herrscht vielfach noch die feste Meinung vor, dass Westeuropäer im Allgemeinen durchweg sehr reich sind und viel Geld zu vergeben haben. Gehen Sie nicht auf Angebote ein, von Fremden zu einem „tollen Markt“ oder einer Sehenswürdigkeit geführt zu werden.

    Erwarten Sie im Ernstfall keine umgehende Hilfe der örtlichen Miliz. Diese oftmals überforderten Dienststellen haben sich in der Vergangenheit als schlechte und wenig kooperative Hilfe erwiesen. Aus der Miliz ("militsiya") wurde 2011 offiziell die Polizei ("politsiya"), der erstere Name ist aber umgangssprachlich weiterhin üblich.

    Derzeit werden überall Kameras aufgebaut (Straßen, Wohnviertel, Hauseingänge), in jedem guten Wohnviertel gibt es Sicherheitsleute und Kameras. Sehr viele Menschen haben ihr Auto mit Kameras ausgestattet, da in der Vergangenheit sehr oft nicht das Unfallopfer Recht bekam, sondern derjenige mit dem meisten Geld oder den besten Kontakten.

    Meinungsfreiheit

    In den letzten Jahren wurde das politische System repressiver und die Meinungs- und Medienfreiheit sukzessive eingeschränkt. Insbesondere mit der Invasion in die Ukraine ab Februar 2022 wurden die Regeln noch weiter verschärft. So ist es verboten, von einem "Krieg" oder einer "Invasion" zu sprechen. Die offiziellen staatlichen Termini sind beispielsweise "Spezialoperation" oder "Friedensmission". Zuwiderhandlung kann mit massiven Geldstrafen bis zu 15 Jahren Haft geahndet werden. Auch Ausländer sind von diesen Regelungen betroffen (beispielsweise Journalisten). Auch sanfte Kritik an der Regierung, am Präsidenten, oder an Behörden kann (und wird) rigoros bestraft werden.

    Auch haben in jüngerer Zeit zahlreiche unabhängige Medienbetriebe, NGOs und auch ausländische Medien ihren Betrieb in Russland einschränken oder einstellen müssen, bzw. wurden ausländische Webseiten und soziale Medien blockiert. Es kann also nicht davon ausgegangen werden, dass die Bewohner Zugang zu objektiven oder ausgewogenen Berichte zum aktuellen Weltgeschehen haben.

    Um sich selbst aber auch Gesprächspartner nicht in Schwierigkeiten zu bringen, empfiehlt es sich, in Gesprächen und online keine aktuellen Ereignisse anzusprechen.

    Strafen

    Neben dem normalen Strafgesetzbuch für Verbrechen gibt es in Russland auch ein Ordnungswidrigkeitengesetzbuch, wobei der Begriff „Ordnungswidrigkeit“ deutlich weiter gefasst ist als im deutschen Rechtskreis. Neben Geldbußen (straf) können auch kurze Haftstrafen verhängt werden. Als ausländischer Besucher wird man vor allem im Bereich Verkehrs- oder Aufenthaltsrecht mit entsprechenden Bestimmungen in Konflikt geraten. Man kann aber auch z. B. wegen Pöbelns belangt werden. Trinken in der Öffentlichkeit, hierzu rechnen auch Innenhöfe und Treppenaufgänge von Wohnblöcken, ist seit 2013 ebenfalls strafbewehrt. Sieht ein schlecht gelaunter Offizieller solches (bei russischen Uniformierten sollte man immer davon ausgehen, dass sie „im Dienst“ von Amts wegen schlecht aufgelegt sind), kostet das 500-1500 R. Geht man nicht an der Ampel über die Straße ist man mit schnell mit 500 R. dabei. Reist man z. B. einen Tag nach Ablauf des Visums aus, hierbei zählen Kalendertage und Schluss ist Punkt Mitternacht, kostet das 1500 R. (auch wenn der Zug zur Grenze nur 20 Minuten Verspätung hatte.) Strafen sind innerhalb eines Monats zahlbar, bei Verkehrsdelikten gibt es sofern man innerhalb 14 Tage zahlt 50% „Rabatt.“ Nicht rechtzeitige Zahlung führt zur Verdoppelung, bei hartnäckiger Weigerung wird Arbeitsdienst angeordnet.

    Seit 2016 wird die Bestimmung verstärkt umgesetzt, dass Ausländern, gegen die innerhalb von drei Jahren zwei oder mehr Maßnahmen gemäß dem Ordnungswidrigkeitsgesetzbuch (hierzu gehören ggf. auch mündliche Verwarnungen) verhängt worden sind, mit einer dreijährigen Einreisesperre belegt werden können. Man zielt hier (Stand 2021) vor allem auf ausländische LKW-Fahrer. Es ist unerheblich ob die Strafe bezahlt wurde oder nicht. Wegen der geltenden Halterhaftung sollte man auch deshalb als im Lande arbeitender Ausländer kein Fahrzeug in Russland auf sich zulassen.

    Widerspruch ist nur innerhalb 10 Tagen möglich, oft zwecklos oder zumindest kompliziert. Gerade Verkehrspolizisten, erfinden auf die Schnelle gerne auch eine „Übertretung“ um eine kleine Strafe bar und ohne Quittung sofort zu kassieren. Oft ist es hier sinnvolle Gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Derartige Korruption wird seit der 2011 begonnenen Polizeireform seltener, aber trotzdem kaum bestraft.

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