Nordkorea
Kontext von Nordkorea
Die Demokratische Volksrepublik Korea (koreanisch 조선민주주의인민공화국, [t͡ɕo̞sʰʌ̹n mind͡ʑud͡ʑu(ɰ)i inmin ko̞ŋβwa̠ɡuk̚], Chosŏn Minjujuŭi Inmin Konghwaguk, kurz DVRK, seltener Koreanische Demokratische Volksrepublik oder KDVR), bekannt als Nordkorea, ist ein Staat in Ostasien, der den nördlichen Teil der Koreanischen Halbinsel umfasst, im Süden entlang der Demilitarisierten Zone an Südkorea und im Norden entlang den Flüssen Amnok und Duman an China und Russland grenzt. Hauptstadt und größte Stadt des Landes ist Pjöngjang. Wie auch Südkorea beansprucht Nordkorea den Anspruch als alleinige legitime Regierung Koreas.
Nordkorea ist seit seiner Gründung am 9. September 1948 verfassungsgemäß ein sozialistischer Staat, dessen Regierungssystem international als totalitär beschrieben wird. Es gilt als einer der…Weiterlesen
Die Demokratische Volksrepublik Korea (koreanisch 조선민주주의인민공화국, [t͡ɕo̞sʰʌ̹n mind͡ʑud͡ʑu(ɰ)i inmin ko̞ŋβwa̠ɡuk̚], Chosŏn Minjujuŭi Inmin Konghwaguk, kurz DVRK, seltener Koreanische Demokratische Volksrepublik oder KDVR), bekannt als Nordkorea, ist ein Staat in Ostasien, der den nördlichen Teil der Koreanischen Halbinsel umfasst, im Süden entlang der Demilitarisierten Zone an Südkorea und im Norden entlang den Flüssen Amnok und Duman an China und Russland grenzt. Hauptstadt und größte Stadt des Landes ist Pjöngjang. Wie auch Südkorea beansprucht Nordkorea den Anspruch als alleinige legitime Regierung Koreas.
Nordkorea ist seit seiner Gründung am 9. September 1948 verfassungsgemäß ein sozialistischer Staat, dessen Regierungssystem international als totalitär beschrieben wird. Es gilt als einer der restriktivsten international anerkannten Staaten der Gegenwart. In verschiedenen Demokratieskalen belegt das Land seit Beginn der Messungen bis heute durchgehend einen der letzten Plätze. Die Staatsführung steht wegen schwerer Verletzungen der Menschenrechte weltweit in der Kritik und das Land ist international weitgehend isoliert.
Die koreanische Halbinsel ist seit dem Altpaläolithikum von Menschen bewohnt und die ersten Siedlungen stammen aus der Jungsteinzeit. Die ersten Aufzeichnungen von Staatentümern tauchen im 7. Jhd. v. Chr. auf. Nach der Vereinigung der Drei Reiche Koreas durch Silla und Balhae wurde Korea von der Goryeo-Dynastie (918–1392) und der Joseon-Dynastie (1392–1897) regiert. Das darauffolgende Kaiserreich Korea wurde 1910 von Japan annektiert. Nach dem Ende der japanischen Besatzung und der Kapitulation Japans im Zweiten Weltkrieg wurde Korea von der Sowjetunion und den USA in zwei Besatzungszonen geteilt. Versuche auf eine Einigung schlugen fehl und die Teilung verhärtete sich auf politischen Linien. Der Koreakrieg (1950 bis 1953) besiegelte die Spaltung der koreanischen Halbinsel (siehe dazu Korea-Konflikt).
Nordkorea steht wegen der Entwicklung und Weitergabe von militärischer Raketentechnik etwa seit dem Jahr 2000 im Blickpunkt der Weltöffentlichkeit. 2005 wurde bekannt gegeben, dass ein nordkoreanisches Kernwaffenprogramm existiert. 2011 war jeder zwanzigste Nordkoreaner Angehöriger des Militärs.
Nordkorea lag beim BIP pro Kopf und dem Index der menschlichen Entwicklung (HDI) bis in die 1970er-Jahre vor dem Süden, wurde jedoch im Zuge von Südkoreas rasantem Wirtschaftswachstum schnell überholt. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion Anfang der 1990er-Jahre – Nordkoreas wichtigstem Handelspartner und Unterstützer – brach ein Großteil des Außenhandels ein. Infolge fehlender Energieimporte und mangelnder technischer Unterstützung kam es zu einer schweren Energiekrise. Diese verschärfte die landwirtschaftliche Produktion drastisch und führte Mitte der 1990er-Jahre zu einer verheerenden Hungersnot, der Schätzungen zufolge zwischen 240.000 und 3 Millionen Menschen zum Opfer fielen. Nordkorea zählt heute zu den ärmsten und unterentwickeltsten Ländern der Welt, ist aber aufgrund intransparenter Statistiken nicht im HDI (Human Development Index) vertreten. Es mehren sich insbesondere seit den vollständigen Grenzschließungen im Rahmen der Covid-19-Pandemie wieder die Anzeichen einer neuerlichen Hungersnot im Land. Aufgrund der starken Abschottung sowie der geringen Zahl an Ausländern im Land, welche durch die Pandemie noch einmal stark gesunken ist, gibt es jedoch so gut wie keine Augenzeugenberichte von der humanitären Lage vor Ort.