Canada

Kanada
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Kontext von Kanada

Kanada (englisch und französisch Canada) ist ein Staat in Nordamerika, der zwischen dem Atlantik im Osten und dem Pazifik im Westen liegt und nordwärts bis zum Arktischen Ozean reicht. Bundeshauptstadt ist Ottawa, die bevölkerungsreichste Stadt ist Toronto. Die einzigen Staatsgrenzen sind jene zu den Vereinigten Staaten im Süden und im Nordwesten sowie die 2022 geschaffene Grenze über die Hans-Insel zu Grönland. Kanada ist gemessen an der Fläche nach Russland der zweitgrößte Staat der Erde, hat etwa 37 Millionen Einwohner und eine Bevölkerungsdichte von nur vier Personen pro Quadratkilometer.

Die Besiedlung durch die First Nations begann spätestens vor 12.000 Jahren, die Inuit folgten vor rund 5000 Jahren. Spätestens im 11. Jahrhundert und erneut ab dem späten 15. Jahrhundert erreichten Europäer das heutige Gebiet des Staates und begannen um 1600 mit der Kolonisierung. Dabei setzten sich zunächst Franzosen und Briten fest. DamalsWeiterlesen

Kanada (englisch und französisch Canada) ist ein Staat in Nordamerika, der zwischen dem Atlantik im Osten und dem Pazifik im Westen liegt und nordwärts bis zum Arktischen Ozean reicht. Bundeshauptstadt ist Ottawa, die bevölkerungsreichste Stadt ist Toronto. Die einzigen Staatsgrenzen sind jene zu den Vereinigten Staaten im Süden und im Nordwesten sowie die 2022 geschaffene Grenze über die Hans-Insel zu Grönland. Kanada ist gemessen an der Fläche nach Russland der zweitgrößte Staat der Erde, hat etwa 37 Millionen Einwohner und eine Bevölkerungsdichte von nur vier Personen pro Quadratkilometer.

Die Besiedlung durch die First Nations begann spätestens vor 12.000 Jahren, die Inuit folgten vor rund 5000 Jahren. Spätestens im 11. Jahrhundert und erneut ab dem späten 15. Jahrhundert erreichten Europäer das heutige Gebiet des Staates und begannen um 1600 mit der Kolonisierung. Dabei setzten sich zunächst Franzosen und Briten fest. Damals breitete sich die Bezeichnung „Canada“ aus, ursprünglich der Name eines Irokesendorfes. Frankreich trat 1763 seine Kolonie Neufrankreich an Großbritannien ab (siehe unten). 1867 gründeten drei britische Kolonien die Kanadische Konföderation. Mit dem Statut von Westminster erhielt der Staat 1931 gesetzgeberische Unabhängigkeit. Weitere verfassungsrechtliche Bindungen zum Vereinigten Königreich wurden 1982 aufgehoben.

Kanada ist ein Königreich innerhalb des Commonwealth of Nations. Nominelles Staatsoberhaupt ist somit König Charles III., der durch den Generalgouverneur von Kanada vertreten wird. Kanada ist ein auf dem britischen Westminster-System basierender parlamentarisch-demokratischer Bundesstaat und eine parlamentarische Monarchie. Amtssprachen sind Englisch und Französisch.

Die Unabhängigkeitsbestrebungen Québecs, die Stellung der frankophonen Kanadier und die Rechte der indigenen Völker (neben den First Nations und Inuit die Métis) sind wichtige Konfliktlinien in Staat und Gesellschaft. Die Themen Klimawandel und Umweltschutz, Einwanderungspolitik und Rohstoffabhängigkeit sowie das Verhältnis zu den Vereinigten Staaten – von dem kulturell und historisch bedingt ein ambivalentes Bild besteht – kennzeichnen die öffentlichen Debatten.

Mehr über Kanada

Grundinformation
  • Währung Kanadischer Dollar
  • Ursprünglicher Name Canada
  • Anrufcode +1
  • Internet Domäne .ca
  • Mains voltage 120V/60Hz
  • Democracy index 9.24
Population, Area & Driving side
  • Bevölkerung 40000000
  • Fläche 9984670
  • Fahrseite right
Verlauf
  • Ur- und Frühgeschichte

    Indianer (in Kanada First Nations genannt) besiedelten Nordamerika vor mindestens 12.000 Jahren, was den Anfang der paläoindianischen Periode markiert. Vor rund 5000 Jahren folgten die Inuit.[1][2] In den Bluefish-Höhlen im nördlichen Yukon fand man die ältesten menschlichen Spuren in Kanada; in der Charlie-Lake-Höhle fanden sich Werkzeuge aus der Zeit ab etwa 10.500 v. Chr. Aus der Zeit ab etwa 9000 v. Chr. stammen Funde bei Banff und in Saskatchewan, aber auch bereits in Québec.[3]

    Ab etwa 8000 v. Chr. folgte die archaische Phase. Gruppen aus dem Westen erreichten um 7500 v. Chr. das südliche Ontario. Dort fanden sich Speerschleudern.[4] Siedlungsschwerpunkte waren im Osten der untere Sankt-Lorenz-Strom und die Großen Seen sowie die Küste Labradors (L’Anse Amour Site) an der im 6. Jahrtausend die ersten größeren Grabstätten entstanden, später Burial Mounds.

    Auf den Great Plains entstanden neue Waffentechnologien und weitläufiger Handel, etwa mit Chalzedon aus Oregon und Obsidian aus Wyoming.[5] In einigen Gebieten wurden noch um 8000 v. Chr. Pferde gejagt; sie verschwanden ebenso wie die Megafauna. Erst später teilte sich der riesige Kulturraum erkennbar in zwei Großräume auf, die Frühe Shield- und die Frühe Plains-Kultur, wobei sich Kupferbearbeitung bereits um 4800 v. Chr. zeigen lässt.

    Im Westen reichen die Spuren bis vor 8000 v. Chr. zurück, vielfach ohne erkennbaren kulturellen Bruch. So besteht die Kultur der Haida auf Haida Gwaii seit über 9500 Jahren. Der Handel mit Obsidian vom Mount Edziza reicht über 10.000 Jahre zurück.[6]

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    Ur- und Frühgeschichte

    Indianer (in Kanada First Nations genannt) besiedelten Nordamerika vor mindestens 12.000 Jahren, was den Anfang der paläoindianischen Periode markiert. Vor rund 5000 Jahren folgten die Inuit.[1][2] In den Bluefish-Höhlen im nördlichen Yukon fand man die ältesten menschlichen Spuren in Kanada; in der Charlie-Lake-Höhle fanden sich Werkzeuge aus der Zeit ab etwa 10.500 v. Chr. Aus der Zeit ab etwa 9000 v. Chr. stammen Funde bei Banff und in Saskatchewan, aber auch bereits in Québec.[3]

    Ab etwa 8000 v. Chr. folgte die archaische Phase. Gruppen aus dem Westen erreichten um 7500 v. Chr. das südliche Ontario. Dort fanden sich Speerschleudern.[4] Siedlungsschwerpunkte waren im Osten der untere Sankt-Lorenz-Strom und die Großen Seen sowie die Küste Labradors (L’Anse Amour Site) an der im 6. Jahrtausend die ersten größeren Grabstätten entstanden, später Burial Mounds.

    Auf den Great Plains entstanden neue Waffentechnologien und weitläufiger Handel, etwa mit Chalzedon aus Oregon und Obsidian aus Wyoming.[5] In einigen Gebieten wurden noch um 8000 v. Chr. Pferde gejagt; sie verschwanden ebenso wie die Megafauna. Erst später teilte sich der riesige Kulturraum erkennbar in zwei Großräume auf, die Frühe Shield- und die Frühe Plains-Kultur, wobei sich Kupferbearbeitung bereits um 4800 v. Chr. zeigen lässt.

    Im Westen reichen die Spuren bis vor 8000 v. Chr. zurück, vielfach ohne erkennbaren kulturellen Bruch. So besteht die Kultur der Haida auf Haida Gwaii seit über 9500 Jahren. Der Handel mit Obsidian vom Mount Edziza reicht über 10.000 Jahre zurück.[6]

    Vor 2500 v. Chr. bestanden im Westen Siedlungen, dazu Anzeichen sozialer Differenzierung. Hausverbände bestanden, die sich saisonal zur Jagd in großen Gruppen zusammenfanden. Auch in den Plains lassen sich Dörfer nachweisen.

    Die Cree, Ojibwa, Algonkin, Innu und Beothuk, die in den frühen europäischen Quellen fassbar sind, gehen wohl auf Gruppen der Shield-Kultur zurück. Die Plainskulturen waren durch Bisons gekennzeichnet, Hunde wurden als Trage- und Zugtiere eingesetzt, das Tipi setzte sich durch sowie die Herstellung von Pemmikan.

    Als wichtigste kulturelle Veränderung der Plateaukultur im westlichen Binnenland gilt der Übergang von der Nichtsesshaftigkeit zur Halbsesshaftigkeit mit Winterdörfern und sommerlichen Wanderzyklen um 2000 v. Chr. Eine ähnliche Entwicklung vollzog sich früher an der Küste, deren Kulturen sich mit den Küsten-Salish in Beziehung bringen lassen. Gegen Ende der Epoche lassen sich erstmals Plankenhäuser nachweisen. Einige Salish waren bereits vor 1600 v. Chr. Bauern – wie man von den Katzie weiß.[7] Die Nuu-chah-nulth auf Vancouver Island entwickelten hochseetüchtige Kanus, mit denen sie (als einzige) auf Walfang gingen.

    Die Herstellung von Tongefäßen erreichte das Gebiet des heutigen Kanada wohl von Südamerika, Pfeil und Bogen kamen um 3000 v. Chr. aus Asien und wurden wahrscheinlich erstmals von Paläo-Eskimos eingesetzt. Er erreichte die Ostküste, kam aber erst rund drei Jahrtausende später in den Westen.[8]

    Mit den Keramikgefäßen ab etwa 500 v. Chr. endete an der Ostküste die archaische Phase, die von den Woodland-Perioden abgelöst wurde. Manche Dörfer, meist aus Langhäusern bestehend, waren wohl schon ganzjährig bewohnt. Auf die Frühe Woodland-Periode an den Großen Seen und dem Sankt-Lorenz-Strom (etwa 1000 v. Chr. bis 500 n. Chr.) gehen wohl die Irokesen zurück, aber auch einige der Algonkin-Gruppen.

    Bis nach Zentral-Labrador zeigen sich auf dem kanadischen Schild die Einflüsse der Adena-Kultur. Ihre typischen Mounds erscheinen auch in der westlichen Schild-Kultur, beispielsweise im südlichen Ontario. Wahrscheinlich kam es infolge der Domestizierung von Wildreis zu einer herausgehobenen Schicht von Landbesitzern (Psinomani-Kultur). Der Süden Ontarios war in die Fernhandels-Beziehungen der Hopewell-Kultur eingebunden. Kupfer wurde im ganzen Osten Nordamerikas verbreitet.

    Die späte Plains-Kultur lebte in hohem Maße von Bisons. Fernhandel war weit verbreitet und reichte westwärts bis zum Pazifik. Im Norden überwogen kleinere nomadische Gruppen, während sich im Süden ein Zyklus saisonaler Wanderungen durchsetzte, deren Mittelpunkt feste Dörfer waren.

    Der späten Plateau-Kultur lieferten die Laichzüge der Lachse die Nahrung, ähnlich wie an der Pazifikküste. Ab 2500 v. Chr. lässt sich das so genannte Pit House („Grubenhaus“) nachweisen, das teilweise in die Erde gegraben wurde und eine bessere Bevorratung ermöglichte.

    Die Küstenkultur wurde zwischen 500 v. und 500 n. Chr. als Ranggesellschaft von Süden nach Norden strenger. Eine Schicht führender Familien beherrschte den Handel sowie den Zugang zu Ressourcen und hatte die politische und spirituelle Macht. Auch hier tauchen erstmals Begräbnishügel auf. In einigen Regionen herrschten Steinhaufengräbern (cairns) vor, wie etwa um Victoria. Die Dörfer wurden zahlreicher und vielfach größer, bald stärker befestigt. Die Kultur war von Plankenhäusern, oftmals monumentalen Schnitzwerken (Totempfählen), komplexen Zeremonien und Clanstrukturen gekennzeichnet. Nirgendwo war die Bevölkerungsdichte so groß, wie an der Westküste.

    Im Gegensatz dazu gestatteten die Klimabedingungen und starke vulkanische Aktivität im Nordwesten keine dauerhafte Ansiedlung.[9] Mit den Athabasken verbinden sich Fundstellen im Einzugsgebiet des Mackenzie Rivers ab 1000 v. Chr. bis etwa 700 n. Chr.[10]

    Gegen 2500 v. Chr. wanderte ein Teil der Paläo-Eskimos von Alaska nach Grönland; es entwickelte sich die Prä-Dorset-Kultur. Um 500 v. Chr. bis 1000 n. Chr. folgte die „Dorset-Kultur“ (nach Cape Dorset auf einer Baffin Island vorgelagerten Insel benannt). Um 2000 v. Chr. bis 1000 n. Chr. bestand die Neo-Eskimo-Kultur. Um 1000 setzte sich eine erneute Wanderung von Alaska nach Grönland in Bewegung. Aus der Vermischung der Kulturen ging wohl die Thule-Kultur hervor, die bis etwa 1800 bestand. Ihre Angehörigen sind die Vorfahren der heutigen Inuit.

    Kolonialisierung
     
    Rekonstruktion der Wikingersiedlung in L’Anse aux Meadows

    Europäische Siedler erreichten Nordamerika spätestens um das Jahr 1000, als Wikinger für kurze Zeit in L’Anse aux Meadows am nördlichsten Ende von Neufundland lebten. Als „Entdecker“ Nordamerikas gilt Giovanni Caboto, ein italienischer Seefahrer in englischen Diensten. Er landete am 24. Juni 1497 auf Neufundland und nahm das Land für England in Besitz. Baskische Walfänger und Fischer kamen ab etwa 1525 regelmäßig an die Küste Labradors und beuteten ein Jahrhundert lang die Ressourcen in der Region zwischen der Neufundlandbank und Tadoussac aus.[11] Eine Expedition unter der Leitung von Jacques Cartier erkundete 1534/35 das Gebiet um den Sankt-Lorenz-Golf und den Sankt-Lorenz-Strom und erklärte es zu französischem Besitz.

     
    Kanu der Hudson’s Bay Company wohl auf dem French River, Frances Anne Hopkins 1869

    Samuel de Champlain gründete 1605 mit Port Royal (heute Annapolis Royal) und 1608 mit Québec die ersten dauerhaften Ansiedlungen in Neufrankreich. Die französischen Kolonisten teilten sich in zwei Hauptgruppen: Die Canadiens besiedelten das Tal des Sankt-Lorenz-Stroms, die Akadier (Acadiens) die heutigen Seeprovinzen. Französische Pelzhändler und katholische Missionare erforschten die Großen Seen, die Hudson Bay und den Mississippi bis nach Louisiana. Engländer gründeten ab 1610 Siedlungen auf Neufundland und besiedelten die weiter südlich gelegenen Dreizehn Kolonien. Cupids Plantation ist damit die zweitälteste angloamerikanische Siedlung in Nordamerika und war erfolgreicher als Jamestown in Virginia.

    Zwischen 1689 und 1763 kam es in Nordamerika zu vier bewaffneten Konflikten zwischen Engländern (bzw. Briten) und Franzosen, die jeweils Teil von Erbfolgekriegen in Europa waren. Der King William’s War (1689–1697) brachte keine territorialen Veränderungen, doch nach Ende des Queen Anne’s War (1702–1713) gelangte Großbritannien durch den Frieden von Utrecht in den Besitz von Akadien, Neufundland und der Hudson-Bay-Region. Die Briten eroberten 1745 im King George’s War die französische Festung Louisbourg auf der Kap-Breton-Insel, gaben diese aber 1748 gemäß dem Frieden von Aachen wieder zurück. Der Siebenjährige Krieg (in Nordamerika von 1754 bis 1760 bzw. 1763) brachte schließlich die Entscheidung: Mit dem Pariser Frieden musste Frankreich 1763 fast alle seine Besitzungen in Nordamerika abtreten.

    Britische Herrschaft
     
    Tod des Generals James Wolfe in der Schlacht auf der Abraham-Ebene (1759), dem Wendepunkt im Siebenjährigen Krieg in Nordamerika, Benjamin West 1770, National Gallery of Canada, Ottawa

    Mit der Königlichen Proklamation von 1763 entstand aus dem ehemaligen Neufrankreich die britische Provinz Québec, im selben Jahr gelangte die Kap-Breton-Insel zur Kolonie Nova Scotia. Auch wurden Rechte der französischen Kanadier eingeschränkt. 1769 wurde eine weitere Kolonie namens St. John’s Island (seit 1798 Prince Edward Island) gegründet. Um Konflikte in Québec abzuwenden, verabschiedete das britische Parlament 1774 den Quebec Act. Das Gebiet Québecs wurde zu den Großen Seen und zum Ohiotal ausgedehnt. Für die französischsprachige Bevölkerungsmehrheit galt das französische Zivilrecht und Französisch war als Sprache in der Öffentlichkeit anerkannt; durch die Zusicherung der freien Religionsausübung konnte die Römisch-katholische Kirche in der Kolonie verbleiben.

    Das Gesetz verärgerte jedoch die Bewohner der Dreizehn Kolonien, die darin eine unzulässige Beschränkung ihrer nach Westen gerichteten Expansion sahen. Der Quebec Act war eines jener „unerträglichen Gesetze“ (Intolerable Acts), die schließlich zur Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten und zum Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg führten. Der Frieden von Paris erkannte die amerikanische Unabhängigkeit an und die Gebiete südlich der Großen Seen fielen an die Vereinigten Staaten. Etwa 50.000 Loyalisten flohen in das heutige Kanada, dazu kamen mit den Briten verbündete Indianerstämme, wie die Mohawk.[12] New Brunswick wurde 1784 von Nova Scotia abgetrennt, um die Ansiedlung der Loyalisten an der Atlantikküste besser organisieren zu können. Um den nach Québec geflohenen Loyalisten entgegenzukommen, verabschiedete das britische Parlament das Verfassungsgesetz von 1791, das die Provinz Québec in das französischsprachige Niederkanada und das englischsprachige Oberkanada teilte und beiden Kolonien ein gewähltes Parlament gewährte.

     
    Sieg der Briten gegen die Amerikaner in der Schlacht bei Queenston Heights (1812), James B. Dennis (1777–1855), Öl auf Leinwand, undatiert

    Die Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und Großbritannien entluden sich im Britisch-Amerikanischen Krieg (Juni 1812 bis Februar 1815). Der Friede von Gent stellte weitgehend den status quo ante bellum wieder her. In Kanada gilt der Krieg bis heute als erfolgreiche Abwehr amerikanischer Invasionsversuche. Die britisch- und französischstämmige Bevölkerung entwickelte durch den Kampf gegen einen gemeinsamen Feind ein kanadisches Nationalgefühl; die Loyalität der britischen Krone gegenüber wurde gestärkt.

    Der Wunsch nach Selbstverwaltung und der Widerstand gegen die wirtschaftliche und politische Vorherrschaft einer kleinen Elite führten zu den Rebellionen von 1837, die rasch niedergeschlagen wurden. Lord Durham empfahl daraufhin in seinem Untersuchungsbericht die Einsetzung einer selbstverantwortlichen Regierung und die allmähliche Assimilierung der französischen Kanadier in die britische Kultur.[13] Der Act of Union 1840 verschmolz Nieder- und Oberkanada zur Provinz Kanada und erhob das Englische zur alleinigen Amtssprache. Bis 1849 erhielten auch die weiteren Kolonien in Britisch-Nordamerika eine eigene Regierung.

    Zwei Handelsgesellschaften, die Hudson’s Bay Company (HBC) und die North West Company (NWC), kontrollierten den Handel in den weiten, nur von wenigen Ureinwohnern besiedelten Gebieten der Prärien und der Subarktis. Die HBC hatte 1670 Ruperts Land als Pachtgebiet erhalten und besaß dort das Handelsmonopol mit Pelzen. Da aber auch die NWC dort Fuß zu fassen versuchte, kam es wiederholt zu bewaffneten Auseinandersetzungen. Nach dem Pemmikan-Krieg in der Red-River-Kolonie (heute Manitoba) wurde die NWC 1821 zwangsliquidiert, und die HBC dehnte ihr Monopol auf fast den gesamten Nordwesten des Kontinents aus. 1846 schlossen die Vereinigten Staaten und Großbritannien den Oregon-Kompromiss, der westlich der Großen Seen den 49. Breitengrad als gemeinsame Grenze festlegte. Daraufhin folgte die Gründung der an der Pazifikküste gelegenen Kolonien Vancouver Island (1849) und British Columbia (1858).

    Kanadische Konföderation
     
    Territoriale Entwicklung Kanadas

    Während des Sezessionskriegs in den Vereinigten Staaten erkannten führende Politiker die Notwendigkeit, möglichen amerikanischen Expansionsbestrebungen einen starken Bundesstaat entgegenzustellen, und berieten in drei Verfassungskonferenzen über die Schaffung einer Kanadischen Konföderation. Daraus resultierte das Verfassungsgesetz von 1867, das am 1. Juli 1867 in Kraft trat und das Dominion Kanada schuf, das über eine gewisse Eigenständigkeit gegenüber der Kolonialmacht Großbritannien verfügte. Die Provinz Kanada wurde in Ontario und Québec aufgeteilt, hinzu kamen New Brunswick und Nova Scotia.

     
    Das älteste britische Haus im Westen Kanadas war von 1852 bis 1920 der Wohnsitz eines der Gründerväter Kanadas, John Sebastian Helmcken.

    Der neue Bundesstaat kaufte 1869 der Hudson’s Bay Company das Nordwestliche Territorium und Ruperts Land ab und vereinigte diese zu den Nordwest-Territorien. Nach der Niederschlagung der Red-River-Rebellion der Métis schuf der Manitoba Act 1870 im Unruhegebiet die Provinz Manitoba. British Columbia und Vancouver Island (die sich 1866 vereinigt hatten) traten 1871 der Konföderation bei, zwei Jahre später folgte Prince Edward Island.

    Um den Westen für die Besiedlung durch Einwanderer zu erschließen, beteiligte sich die Regierung an der Finanzierung von transkontinentalen Eisenbahnen und gründete die North-West Mounted Police (heute Royal Canadian Mounted Police), um die staatliche Kontrolle über die Prärien und subarktischen Regionen durchzusetzen. Die Nordwest-Rebellion und die darauf folgende Hinrichtung des Métis-Führers Louis Riel 1885 führten zu einem tiefen Zerwürfnis zwischen den beiden Sprachgruppen. Als direkte Folge des Klondike-Goldrauschs wurde 1898 das Yukon-Territorium geschaffen. Aufgrund der zunehmenden Besiedlung der Prärie entstanden 1905 aus dem südlichen Teil der Nordwest-Territorien die Provinzen Alberta und Saskatchewan. Mit den Indianern schloss Kanada zwischen 1871 und 1921 elf Verträge ab, die ihnen gegen geringe Kompensationen Reservate zuwiesen, ihnen aber ihre gewohnte Lebensweise garantierten. Bis in die 1960er-Jahre versuchte man sie zwangsweise zu assimilieren und verbot den Schülern den Gebrauch ihrer Muttersprachen. Die Ureinwohner durften bis 1960 nicht an Parlamentswahlen auf nationaler Ebene teilnehmen.

    An der Seite Großbritanniens nahm Kanada ab 1914 am Ersten Weltkrieg teil und entsandte Freiwillige an die Westfront. Als die Regierung versuchte, gegen den Widerstand des französischsprachigen Bevölkerungsteils den obligatorischen Wehrdienst einzuführen, kam es zur Wehrpflichtkrise von 1917.

    Eigenständigkeit und Separatismus
     
    Landung kanadischer Truppen in der Normandie am D-Day, Abschnitt Nan White Beach bei Bernières-sur-Mer, Département Calvados

    Bei den Verhandlungen zum Versailler Vertrag trat Kanada als eigenständiger Staat auf. Es trat 1919 unabhängig von Großbritannien dem Völkerbund bei. Das Statut von Westminster von 1931 garantierte die gesetzgeberische Unabhängigkeit; einige verfassungsrechtliche Bindungen blieben bestehen. Das Land war besonders stark von der Weltwirtschaftskrise betroffen; als Reaktion darauf entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten ein gut ausgebauter Sozialstaat.

    Kanada erklärte 1939 dem Deutschen Reich den Krieg. Trotz einer weiteren Wehrpflichtkrise spielten kanadische Truppen während des Zweiten Weltkriegs eine wichtige Rolle, insbesondere in der Atlantikschlacht, der Operation Jubilee, der Invasion Italiens, der Operation Overlord (Landung am Juno Beach) und der Schlacht an der Scheldemündung. Die Regierung von Mackenzie King wagte es nicht, Soldaten gegen deren Willen in einen Kriegseinsatz im Ausland zu schicken. So blieben Männer im Umfang von fünf Divisionen in Kanada, wo sie deutsche Kriegsgefangene bewachten. Unter den kanadischen Freiwilligen, die in Europa gegen Deutschland kämpften, rief das großen Unmut hervor.[14] 1945 wurden kanadische Soldaten maßgeblich während der Kämpfe um die Niederlande eingesetzt.

    Die britische Kolonie Neufundland, die sich 1867 nicht dem Bundesstaat angeschlossen hatte und von 1907 bis 1934 ein unabhängiges Dominion gewesen war, trat 1949 nach einer langen politischen und wirtschaftlichen Krise als letzte Provinz der kanadischen Konföderation bei. 1965 wurde die neue Ahornblattflagge eingeführt und seit dem Inkrafttreten des Amtssprachengesetzes 1969 ist Kanada offiziell ein zweisprachiger Staat. Premierminister Pierre Trudeau strebte die vollständige formale Unabhängigkeit von Großbritannien an; diese wurde mit dem Verfassungsgesetz von 1982 und der Charta der Rechte und Freiheiten erreicht.

    Während der 1960er-Jahre fand in Québec eine tiefgreifende gesellschaftliche und wirtschaftliche Umwälzung statt, die als „Stille Revolution“ bekannt ist. Québecer Nationalisten begannen, mehr Autonomie oder gar die Unabhängigkeit zu fordern. Nachdem die Front de libération du Québec Entführungen und Anschläge verübt hatte, wurde während der Oktoberkrise 1970 kurzzeitig ein Ausnahmezustand ausgerufen. Moderate Nationalisten stellten ab 1976 die Provinzregierung, 1980 wurde ein erstes Unabhängigkeitsreferendum mit 59,6 % der Stimmen abgelehnt. Ein weiteres Kennzeichen dieser Umwälzung ist die Ablösung der frankophonen Bevölkerung von der katholischen Kirche.

    Der Constitution Act / Loi constitutionelle vom 17. April 1982, mit dem auch Verfassungsänderungen nicht mehr vom britischen Parlament abgesegnet werden müssen, gilt als Datum der formalen Unabhängigkeit (vollen Souveränität) Kanadas. 1989 scheiterten Bemühungen der Bundesregierung, Québec mit dem Meech Lake Accord als „sich unterscheidende Gesellschaft“ anzuerkennen. Die vom separatistischen Parti Québécois geführte Provinzregierung setzte 1995 das zweite Unabhängigkeitsreferendum an, das mit 49,4 % Zustimmung knapp scheiterte. 1999 wurde Nunavut geschaffen, das erste kanadische Territorium mit mehrheitlich indigener Bevölkerung.

    Andrew Kitchen, Michael M. Miyamoto, Connie J. Mulligan: A Three-Stage Colonization Model for the Peopling of the Americas. In: Public Library of Science. (PLoS), 13. Februar 2008, doi:10.1371/journal.pone.0001596 J. V. Wright:A History of the Native People of Canada: Early and Middle Archaic Complexes. Canadian Museum of Civilization, Ottawa 2001. Claude Chapdelaine: Présences autochtone de l’âge glaciaire à aujoud’hui Des chasseurs de la fin de l’âge glaciaire dans la région du lac Mégantic: découverte des premières pointes à cannelure au Québec. In: Recherches amérindiennes au Québec. 30 (2004). D. Bruce Dickson: The atlatl assessed: A review of recent anthropological approaches to prehistoric North American weaponry. In: Bulletin of the Texas Archaeological Society. 56 (1985), S. 1–36. Timothy G. Baugh, Jonathon E. Ericson: Prehistoric Exchange Systems in North America. Plenum Press, New York 1994. Vgl. Obsidan from Mount Edziza. (Memento vom 11. Oktober 2007 im Internet Archive) vom Royal British Columbia Museum. Brian Lewis: Katzie heritage site being bulldozed for bridge. Only three per cent of artifacts have been recovered so far. In: The Province. 22. Juni 2008. John H. Blitz: Adoption of the Bow in Prehistoric North America. In: North American Archaeologist. 9/2 (1988), S. 123–145. F. H. West (Hrsg.): American Beginnings: The Prehistory and Paleoecolgy of Beringia. The University of Chicago Press, Chicago 1996. Guy E. Gibbon, Kenneth M. Ames: Archaeology of Prehistoric Native America: an Encyclopedia. 1998, S. 426 f. Basques. In: The Canadian Encyclopedia. (englisch, [1]). Christopher Moore: The Loyalist – Revolution Exile Settlement. McClelland & Stewart, Toronto 1994, ISBN 0-7710-6093-9. Durham Report. In: The Canadian Encyclopedia. (englisch, [2]). Antony Beevor: Der Zweite Weltkrieg. München 2014, S. 767.
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Stay safe
  • Sicherheit
    Die weltberühmten Mounties in den roten Uniformen gibt es nur noch bei besonderen Gelegenheiten - oder als Puppe.

    Die Sicherheit in Kanada für Touristen ist gewährleistet. Das Land hat im Vergleich zu anderen Ländern eine geringe Kriminalitätsrate. Allerdings ist es nicht kriminalitätsfrei, auch wenn so mancher Reiseführer so etwas andeutet. Die Hells Angels zum Beispiel kassieren von Läden Schutzgeld, die Bauindustrie ist in der Hand der italienischen Mafia. Es wäre auch realitätsfremd, wenn man annehmen würde, ein Land mit Einwanderervierteln würde nicht eine gewisse Abschottung gegenüber staatlicher Autorität innerhalb ihrer Landsmannschaften entwickeln. Touristen müssen aber abgesehen von üblichen Sicherheitsmaßnahmen keine besonderen Vorkehrungen ergreifen.

    Mounties

    Die Royal Canadian Mounted Police (RCMP) in ihren berühmten roten Jacken wurde 1873 gegründet, um in die westlichen Provinzen erste staatliche Ordnung zu bringen. Seit den 1960er Jahren ist die rote Uniform nur noch für besondere Gelegenheiten vorgesehen, im Alltag wird sie nicht mehr getragen. Die kanadische Polizei ist auf dreierlei Art gegliedert: Größere Städte haben eine Stadtpolizei, einzelne Provinzen wie Ontario und Québec haben eine eigene Polizei, für den Rest des Landes sowie für Bundesangelegenheiten ist dann die RCMP zuständig.

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