Castelul Corvinilor

( Burg Hunedoara )

Die Burg Hunedoara (auch Schloss Hunedoara, deutsch Burg Eisenmarkt; rumänisch Castelul Corvinilor bzw. Castelul Huniazilor; ungarisch Vajdahunyadi vár) gehört zu den bedeutendsten Profanbauten Siebenbürgens. Die Felsenburg wurde auf den Resten einer Wehranlage aus dem 14. Jahrhundert errichtet. Sie befindet sich auf einem Kalkfelsen inmitten eines Industriekomplexes im südwestlichen Teil der Stadt Hunedoara (Eisenmarkt) in Rumänien.

Die denkmalgeschützte Burg trägt noch weitere Namen (Burg Corvinilor, Burg der Corviner, Burg Corvinus, Schloss Corvinesti, Burg Corvin, Schwarze Burg, Burg Vajdahunyad, Burg Hunyadi), die sich auf ihren Standort oder ihre Eigentümer beziehen.

Der ungarische Staatsmann und Heeresführer Johann Hunyadi ließ nach 1440 eine bereits bestehende Wehranlage zur Stammburg der Hunyadis umbauen. In der zweiten Bauphase nach 1458 wurde unter König Matthias CorviWeiterlesen

Die Burg Hunedoara (auch Schloss Hunedoara, deutsch Burg Eisenmarkt; rumänisch Castelul Corvinilor bzw. Castelul Huniazilor; ungarisch Vajdahunyadi vár) gehört zu den bedeutendsten Profanbauten Siebenbürgens. Die Felsenburg wurde auf den Resten einer Wehranlage aus dem 14. Jahrhundert errichtet. Sie befindet sich auf einem Kalkfelsen inmitten eines Industriekomplexes im südwestlichen Teil der Stadt Hunedoara (Eisenmarkt) in Rumänien.

Die denkmalgeschützte Burg trägt noch weitere Namen (Burg Corvinilor, Burg der Corviner, Burg Corvinus, Schloss Corvinesti, Burg Corvin, Schwarze Burg, Burg Vajdahunyad, Burg Hunyadi), die sich auf ihren Standort oder ihre Eigentümer beziehen.

Der ungarische Staatsmann und Heeresführer Johann Hunyadi ließ nach 1440 eine bereits bestehende Wehranlage zur Stammburg der Hunyadis umbauen. In der zweiten Bauphase nach 1458 wurde unter König Matthias Corvinus die Burg erweitert. Anfang des 17. Jahrhunderts erfolgten unter Fürst Gábor Bethlen weitere größere Umgestaltungen an dem Bauwerk. Die heutige Burg weist eine Mischung verschiedener Architekturstile auf.

Die Burg befand sich seit 1724 zunächst in österreichischem und ist seit 1918 in rumänischem Staatsbesitz. Heute ist in dem Bauwerk ein Museum eingerichtet. Außerdem nutzt man die Burg als Filmkulisse. Auf dem Burggelände wurde eine Vielzahl rumänischer und internationaler Filmproduktionen gedreht.

 Johann Hunyadi, Erbauer der Burg

Nach einer Urkunde[1] vom 18. Oktober 1409 verlieh König Sigismund von Luxemburg das königliche Gebiet von Hunedoara (Eisenmarkt) mit einer Wehranlage dem Adligen Vojk (Voicu) Corbu. Dieser wahrscheinlich eingewanderte Bojar aus der Walachei diente zuvor als Ritter am Hofe des Königs.[2] Die Region Siebenbürgen gehörte in der damaligen Zeit zum Königreich Ungarn.

Bewohner und Besitzer der Burg Vom Erbauer der Burg bis Matthias Corvinus

Johann Hunyadi war der Erbauer der Burg. Er errichtete sie zu der Zeit, als er das Amt eines Statthalters oder Wojwoden (ung. Vajda) des Königreichs Ungarn bekleidete. Der Geburtsort dieses Mannes sowie seine Herkunft sind ungewiss.[3] Er war der vermeintliche Sohn des Adligen Vojk (Voicu) Corbu und der Elisabeth Morzsinay. Eine Volkssage machte ihn auch zum Sohn des Königs Sigismund von Ungarn. Der aus Siebenbürgen stammende Staatsmann und Heeresführer gehörte zu den wichtigsten politischen und militärischen Führern des 15. Jahrhunderts in Europa.

Hunyadis erster Sohn Ladislaus Hunyadi, der 1433 in der Burg zur Welt kam, wurde in der Zeit von 1456 bis 1457[4] Besitzer des Anwesens. Nach seiner Verurteilung und Enthauptung[2] am 16. März 1457 ging der Besitz an Matthias Corvinus, den zweiten Sohn von Johann Hunyadi und Erzsébet (Elisabeth) Szilágyi von Horogszeg. König Mathias Corvinus verweilte infolge seiner Aktivitäten nur zeitweise in der Burg. Im Jahr 1490 starb der König.

Zeit nach Matthias Corvinus

Matthias Corvinus’ unehelicher Sohn Johann Corvinus wurde daraufhin neuer Eigentümer der Burg. Er starb 1504 im Alter von einunddreißig Jahren. Seine Witwe, Beatrice de Frangepan, wurde nun als Vormund der Halbwaisen Christoph und Elisabeth neue Burgherrin. Im darauf folgenden Jahr starb ihr Sohn Christoph und 1507 ihre Tochter Elisabeth. Beatrice de Frangepan heiratete nach Ablauf der Trauerzeit 1509 Georg von Brandenburg[5].

 Matthias Corvinus

Der Markgraf von Brandenburg-Ansbach wurde damit zum Alleinerben der Liegenschaften von Burg Hunedoara. Georg von Brandenburg übergab jedoch noch vor seinem Tod die Burg und die dazugehörenden Güter an die Edlen Gaspar und Nicolaus Török von Enning. 1526 befand sich der Besitz bereits in den Händen der Töröks.[6]

Die Eigentümerschaft wechselte danach innerhalb der Familie Török zunächst von Gaspar und Nicolaus Török nach Valentin Török. Nach dem Tod Valentin Töröks im Kerker von Yedikule heiratete ein Capitaneus Georg Badas die Witwe. Er erlangte damit auch die Anrechte an einem Teil des Burggebietes. Valentins Söhne Johann und Franz Török von Enying gelangten später durch die Zahlung einer Abfindungssumme von 12.000 Talern an Georg Badas wieder in den vollständigen Besitz des väterlichen Erbgutes.

Johann und Franz Török hinterließen je einen Sohn, Johann einen gleichnamigen, Franz den in der siebenbürgischen Geschichte mehrfach erwähnten Stefan Török. Stefan verpfändete zu Beginn des Jahres 1605, als letztes männliches Familienmitglied seines Namens, die Burg an den Reitergeneral und späteren Fürst von Siebenbürgen, Gábor Bethlen. Das Pfändungsgeld in Höhe von 12.000 Gulden wurde jedoch erst 1618 von Stefans Erben erhoben, weil seine Schwester Catharina nach Stefans Ableben im Jahr 1612 noch lebte.

Von Gábor Bethlen bis zum Tod von Catharina Zólyomi  Gábor Bethlen

Gábor Bethlen brachte deshalb den Güterkomplex erst nach Catharina Töröks Tod als heimgefallenes Krongut an sich.[7] Fürst Bethlen hatte mit seiner 1626 verstorbenen Frau Susanna Karolyi zwei Söhne, Gabriel und Michael Bethlen, die jedoch früh starben. Nachdem aus seiner zweiten Ehe mit Katharina von Brandenburg keine Nachkommen hervorgingen, ordnete der Fürst seine Erbschaftsangelegenheiten neu. Er fand einen Erben in seiner Verwandtschaft. Sein Bruder Stefan Bethlen hatte mit seiner Gemahlin vier Söhne und drei Töchter. Gábor erzog den gleichnamigen Sohn seines Bruders und nahm ihn an Sohnes statt an. Nach Gabors Tod am 15. November 1629 trat Stefan Bethlen der Jüngere kraft der testamentarischen Verfügung den Besitz der Burg und Güter von Hunyad an.[8]

Ein Jahr später starb Stefan Bethlen, der Jüngere, auf seinem Schloss zu Ecséd. Stefans Gemahlin verglich sich daraufhin mit Stefans Vater und dessen noch lebendem Sohn Peter über den Besitz und ihr zustehende Erbansprüche. Nachdem Peter Bethlen am 3. August 1646 gestorben und sein Vater ihm zwei Jahre später gefolgt war, gelangte der Besitz an dessen Tochter Catharina Bethlen. Deren Erbansprüche wurden mehrfach angefochten.

Catharina war mit David Zólyomi[9] vermählt, der selbst versuchte auf den siebenbürgischen Fürstenstuhl zu gelangen. Infolgedessen wurde er am 21. August 1633 wegen Hochverrates verurteilt und danach im Gefängnis von Burg Kővár gefangen gehalten. Eindringliches Bitten und Drängen führte dazu, dass Catharina später mit ihrem Gatten das Gefängnis teilen durfte, in dem sie ihre Tochter Kövari Catharina gebar. Während ihrer freiwilligen Gefangenschaft übertrug sie, zur Aufrechterhaltung der Sicherheit und Ordnung des Besitztums, einen Teil der Güter an Stefan Tököli, den Mann ihrer Nichte Maria. Nach dem Tod ihres Gatten im Jahr 1651 kehrte Catharina Bethlen nach Hunedoara zurück. Anschließend versuchte sie die im Hochverratsprozess eingezogenen Güter zurückzuerlangen, was ihr auch teilweise gelang. Dort lebte sie bis 1666. Danach fiel ihr Erbgut an ihre Kinder Maria und Nikolaus Zólyomi, die anschließend den Besitz teilten. Aus ungeklärten Gründen wurde ihre Tochter Kövari Catharina in dem abgefassten Teilungsvertrag nicht erwähnt.

Von Nikolaus Zólyomi bis zum Übergang in rumänischen Besitz  Michael Apafi I.

Der elf Punkte umfassende Vertrag wurde 1667 von Nikolaus Zólyomi, wegen einer eingefügten Klausel zu Gunsten Stefan Tökölis, vor dem zu Marosvásárhely gehaltenen Landtag angefochten. Die Klage endete mit einem Kompromiss. Danach heiratete Nikolaus Zólyomi aus politischen Gründen eine Schwester Georgs I. Rákóczi, um die bestehenden Feindseligkeiten zwischen den beiden Adelsgeschlechtern Bethlen und Rákóczi zu beenden. Nach der Trennung von seiner ungeliebten Gattin ergriff er jedoch Partei gegen Georg II. Rákóczi. Dieser belagerte bei einem Gefecht mit Ákos Barcsay sonach die Burg in Hunedoara, um Zólyomis Treulosigkeit zu rächen. Nach der Belagerung wurde Nikolaus gefangen genommen und in Ungarn bis Juni 1660 inhaftiert. Nach der Inhaftierung setzten sich aber Nikolaus’ politische Umtriebe auch während der Thronstreitigkeiten zwischen Johann Kemény und Michael I. Apafi fort. Aus diesem Grund wurde er wegen Hochverrates angeklagt und neun Monate, bis zu seiner erfolgreichen Flucht am 14. März 1664, in der Festung Făgăraș gefangen gehalten. Seine neu gewonnene Freiheit nutzte Nikolaus Zólyomi, um wieder in den vollständigen Besitz seiner Güter zu gelangen. Er nahm deshalb Kontakt zu den türkischen Befehlshabern um Sultan Mehmed IV. auf, die danach Michael I. Apafi aufforderten, Michael seinen Besitz zurückzugeben.

Der Tod Zólyomis im Jahr 1671 war deshalb eine willkommene Nachricht für Fürst Michael I. Die Güter kamen nun vollständig in die Hände Michaels. Später erwarb Emmerich Thököly von Michael I. den Besitz. Michael II. Apafi, Michael I. Apafis Sohn, wurde danach Eigentümer der Burg. Als er am 1. Februar 1713 starb, kam seine Witwe Catharina Apafis in den Besitz des Anwesens.[10] Sie starb 1724, worauf die Burg der Staatskasse anheimfiel.

Von dieser Zeit an blieb Burg Hunedoara im staatlichen Eigentum: von 1724 bis 1867 zunächst im Besitz von Österreich und anschließend von 1867 bis 1918 im Besitz von Österreich-Ungarn. Seit 1918 ist das Bauwerk in rumänischem Besitz.[4]

Erforschte Erzählungen und Legenden  Brunnen

Es gibt mehrere Erzählungen und Legenden über die Burg. Neben anderen Burgen in Siebenbürgen wird auch sie als „die echte Burg Draculas“ gehandelt,[11] allerdings hat Vlad III. Drăculea sie nicht besessen. Er besuchte nur den damaligen Besitzer und Verbündeten Matthias Corvinus auf der Burg.[12] Im Jahr 1462 musste Vlad III. nach einem Kreuzzug gegen die Türken nach Siebenbürgen fliehen. Auf seiner Flucht fand er zunächst Schutz bei Matthias Corvinus, dem damaligen König von Ungarn, der Drăculea jedoch später wegen eines vermeintlichen Verrats zwölf Jahre in der Burg Visegrád und vermutlich auch vorübergehend auf der Burg Hunedoara inhaftieren ließ.

Die Legende vom Brunnen

Der Erzählung nach wurde der 28 Meter tiefe Burgbrunnen im Hof der Burg von drei türkischen Gefangenen gegraben, denen ihre Freiheit versprochen wurde, wenn sie so lange grüben, bis sie das Wasser erreichten.[13] Als sie nach 15 Jahren Arbeit ihre Aufgabe erfüllt hatten, wollten ihre Auftraggeber ihre Zusagen nicht einhalten. Nach der Legende zeugt die damals falsch übersetzte Aufschrift der Gefangenen „Ihr habt vielleicht Wasser, aber kaum Gefühle“ an einer Burgwand in Brunnennähe von der bitteren Enttäuschung der Türken.

Die Legende vom Raben  Wappen mit Raben und Ring

Auf dem Wappen der Familie Corvin ist ein Rabe mit einem goldenen Ring im Schnabel dargestellt. Es gibt verschiedene Erzählungen und ein in der Burg befindliches allegorisches Fresko über den Wappenvogel mit Ring. Eine Legende erzählt, dass Johann Hunyadi der uneheliche Sohn von König Sigismund von Luxemburg und seine Mutter Elisabeth Morzsinay gewesen sei.[2] Anschließend soll Sigismund Elisabeth mit dem Adligen Vojk (Voicu) Corbu verheiratet haben.[13]

Als Erkennungszeichen übergab Sigismund seiner Geliebten einen Ring als Geschenk für das ungeborene Kind. Während einer Reise entwendete ein Rabe bei einem Essen den leuchtenden Ring. Johann Hunyadi tötete daraufhin den Raben und gewann so seinen Ring zurück. Zum Andenken an dieses Ereignis wählte er später den Raben als Symbol für sein Siegel. Nach einer anderen weit verbreiteten Erzählung nannte sich Johann Hunyadis Sohn Matthias I. deshalb Corvinus (lateinisch für Rabe),[14] weil er diesen Namen vom Familienwappen der Hunyadi ableitet.

Mențiuni documentare, abgerufen am 26. März 2018 (rumänisch). ↑ a b c Die Hunyadis. Kurze Geschichte Siebenbürgens. (mek.niif.hu, abgerufen am 27. März 2009) Johann Gottfried Sommer: Die Burg Vajda Hunyad in Siebenbürgen. 1847, S. 1. ↑ a b Proprietari, abgerufen am 26. März 2018 (rumänisch). Wolfgang Huber: GEORG (der Fromme), Markgraf von Brandenburg-Ansbach. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 30, Bautz, Nordhausen 2009, ISBN 978-3-88309-478-6, Sp. 472–484. Wilhelm Schmidt: Die Stammburg der Hunyade in Siebenbürgen. 1865, S. 25. Wilhelm Schmidt: Die Stammburg der Hunyade in Siebenbürgen. 1865, S. 31. Wilhelm Schmidt: Die Stammburg der Hunyade in Siebenbürgen. 1865, S. 33. Zólyomi Dávid. In: Magyar Életrajzi Lexikon 1000-1990. Wilhelm Schmidt: Die Stammburg der Hunyade in Siebenbürgen. 1865, S. 55. Capper-online.de, abgerufen am 6. März 2009 vlad-tepes.de, abgerufen am 9. März 2009 (Memento des Originals vom 25. Dezember 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.vlad-tepes.de ↑ a b Legendele castelului, abgerufen am 26. März 2018 (rumänisch). Holger Richter: Mit Rabe und Ring – Die Armbrüste der Hunyadizeit (15. Jahrhundert). In: Die Hornbogenarmbrust – Geschichte und Technik. Verlag Angelika Hörnig, 2006, ISBN 3-938921-02-1, S. 190.
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