Estación Internacional de Canfranc

( Bahnhof Canfranc )

Der Bahnhof Canfranc (Estación Internacional de Canfranc) ist ein Grenzbahnhof zwischen Spanien und Frankreich im gleichnamigen Ort. Seit Unterbrechung der Bahnstrecke in Frankreich 1970 dient er nur noch als Endbahnhof im Regionalverkehr und wartet, seit 2019 verkleinert und in frühere Nebengebäude verlegt, auf die ab 2028 (Stand: Frühjahr 2023) geplante Wiederinbetriebnahme des durchgehenden Verkehrs. Ende Januar 2023 wurde im Hauptgebäude ein Luxushotel eröffnet.

Der auf einer Höhe von 1194 m[1] liegende Bahnhof wurde als Inselbahnhof konzipiert und stellte zur Zeit der Inbetriebnahme den Knotenpunkt der hier endenden Bahnstrecken von Pau (in europäischer Normalspur) und Saragossa (in iberischer Breitspur) dar.

Die Bahnstrecken zwischen Pau und Saragossa wurden zwischen 1902 und 1927 gebaut. Die französische Strecke wurde von Anfang an bis in den Bahnhof von Canfranc mit 1500 Volt Gleichstrom elektrifiziert. 1918 wurde nach zehnjähriger Bauzeit der acht Kilometer lange Eisenbahntunnel unter der spanisch-französischen Grenze am Somport-Pass fertiggestellt. Da auf der Nordseite des Tunnels, wo der Bau ursprünglich vorgesehen war, der Platz für die Anlage eines großen Grenzbahnhofs nicht ausreichte, wurde er südlich des Pyrenäenhauptkammes auf einem hierfür angelegten großen Plateau einige Kilometer nördlich der Ortschaft Canfranc (Pueblo) errichtet, das als Explanada de los Arañones an den ursprünglichen Ortsnamen erinnert. Um den Bahnhof herum entstand auch das neue Canfranc, zur Unterscheidung Canfranc Estación genannt.[2]

Am 18. Juli 1928 wurde die Strecke in Anwesenheit des spanischen Königs Alfons XIII. und des französischen Staatspräsidenten Gaston Doumergue eröffnet. Das Empfangsgebäude des Bahnhofs mit einer Länge des Hauptbaus von 241 m war eines der größten Bahnhofsgebäude in Spanien und Europa.[3] Ab dem 18. Juli 1928 gab es durchgehenden Verkehr zwischen Pau und Saragossa. Die erwartete große Zahl von Reisenden blieb aber aus verschiedenen Gründen aus: Durch Steil- und Kurvenstrecken (auf französischer Seite mit Steigungen bis zu 43 ‰) blieb die Bahnstrecke zu langsam, um sich als Alternative im internationalen Reiseverkehr durchsetzen zu können. Hinzu kam, dass der Verkehr mehrfach ganz unterbrochen wurde:

1936–1940 infolge des Spanischen Bürgerkriegs, 1944–1948 infolge des Gegensatzes zwischen dem Spanien unter Franco und Frankreich, sowie seit 1970 endgültig, als auf französischer Seite bei einem Eisenbahnunfall die Brücke von l’Estanguet einstürzte, nicht mehr aufgebaut und der Schienenverkehr eingestellt wurde.[4]

Der Bahnhof war während des Zweiten Weltkrieges Hauptumschlagort für Nazigold an Portugal und Spanien, das für kriegswichtige Rohstoffe wie Wolfram bezahlt wurde.[5]

Nach 1948 wurde der Fernverkehr auf der Strecke nicht wieder aufgenommen. Die Größe der Gebäude entsprach jedoch dem Bahnhof einer Stadt von 100.000 Einwohnern.[6]

Heute ist der Bahnhof Canfranc Endpunkt zweier täglich verkehrender Regionalzugpaare aus Saragossa und der vier (von Juli bis September sechs) Fahrten des Schienenersatzverkehrs von Bedous mit Anschluss von Pau.[7]

Zum Unterschied der Angaben je nach nationaler Norm vgl. Höhe über dem Meeresspiegel. Die Eisenbahnersiedlung Canfranc Estación war bald nach Eröffnung des Bahnhofs größer als das Dorf Canfranc, das zudem 1944 durch ein Großfeuer zerstört wurde. Canfranc-Estación entwickelte sich später zu einem Höhenkur- und Skiort. Cordula Rabe: Spanischer Jakobsweg: Von den Pyrenäen bis Santiago de Compostela. 3. Auflage. Rother, Ottobrunn 2007, ISBN 978-3-7633-4330-0, S. 27. 50 años del último viaje del Canfranero por Francia. In: jaca.com. 22. März 2020, abgerufen am 14. Februar 2021 (spanisch). Gudrun Eussner: El Oro de Canfranc – Portugal, Spanien und die Schweiz im Schein des Nazigoldes. In: Eussner.net. 21. März 2011, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 22. März 2011; abgerufen am 25. August 2019. Endstation Tristesse. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19. Oktober 2017, Reiseblatt Seite R4. SNCF: Fahrplan Pau–Bedous–Canfranc, hier weiter zur ligne 55. Abgerufen am 19. März 2023 (französisch).
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