Kreisviadukt von Brusio

Das Kreisviadukt von Brusio (italienisch Viadotto elicoidale di Brusio) ist ein eingleisiges, schleifenförmiges Eisenbahn-Viadukt der Rhätischen Bahn (RhB). Es befindet sich bei Brusio im Kanton Graubünden. Dieses Wahrzeichen der durch das Puschlav führenden meterspurigen Berninabahn ist Teil des UNESCO-Welterbes.

 Ansicht vom fahrenden Zug aus

Das Projekt Buss für eine Berninabahn vom Juni 1905 (am 2. März 1906 vom Bundesrat bewilligt) sah eine Maximalsteigung von 7 % vor und erforderte daher eine Linienführung unabhängig von der steileren Strasse zwischen Miralago und Campocologno. Die Lage der Stationen auf Gemeindegebiet von Brusio war zwischen den Fraktionsgemeinden umstritten. So musste, obwohl der Bau der unbestrittenen Abschnitte zwischen Tirano und Poschiavo bereits im Mai 1906 begann, im Bereich von Brusio noch nach Varianten gesucht werden.

Eine Projektvariante vom 6. August 1906 sah eine Station Brusio unterhalb des Dorfes vor. Im Bereich des heutigen Viadukts war eine S-Schleife vorgesehen, die aus einem gepflasterten Damm bestand und die eine Gegenkurve von beidseits 50 m Radius enthielt. Der Bahnhof hätte sich unterhalb der Schleife befunden.

Auf Wunsch der Gemeinde Brusio wurde mit Datum vom 26. September 1906 eine Projektvariante präsentiert, die den Bahnhof Brusio am heutigen Standort oberhalb des Dorfes vorsah, ergänzt durch eine Haltestelle Campascio. Die Schleife zur Längengewinnung verblieb, allerdings war nun statt des Damms eine Brücke mit acht Bögen von 10 Metern Weite vorgesehen. Die S-Kurve weist nun Radien von 45 m auf.

Eine offene Schleife, die unter das Viadukt zurückführt, das „Kreisviadukt“, lässt sich erstmals in einer Variante vom 29. Oktober 1906, genehmigt vom Eisenbahndepartement am 21. Dezember 1906, finden. Der Grund zu dieser Lösung mag im verminderten Landbedarf gelegen haben.

Die Verzögerungen um den Bahnhof Brusio führten zu Zeitdruck. Baubeginn am Viadukt von Brusio war am 25. März 1907, als die Strecke von Campocologno zum Viadukt bereits fertiggestellt war. Dennoch war die Strecke Tirano-Poschiavo im Juli 1908 fertiggestellt.[1]

Am 14. Dezember 2008 kam es oberhalb des Kreisviadukts zu einem grossen Felssturz, woraufhin die Bahnstrecke aufgrund der massiven Zerstörung (Fahrleitungen, Schienen, Gleisbett, Bahndamm) für 111 Tage gesperrt war. Aufgrund der labilen Geologie wurde ein Auffangdamm errichtet, der herabfallendes Gestein so zurückhalten soll, dass kein Material mehr bis auf die Bahnanlagen gelangen kann.[2]

Von März bis Oktober 2011 wurde das Kreisviadukt umfassend saniert, da grosse Temperaturunterschiede und chemische Zersetzungen im Lauf der Jahrzehnte erhebliche Mauerwerksschäden im Bereich der Bogengewölbe verursacht hatten. Die RhB baute unter laufendem Betrieb wasserdichte Schottertröge in Stahlbeton ein, wozu die obersten 80 Zentimeter des Kreisviadukts vollständig abgetragen werden mussten. Damit verbunden war auch eine beidseitige Verbreiterung um je 23 Zentimeter. Die Kosten beliefen sich auf 2,75 Millionen Franken.[3] Bei einem weiteren Felssturz oberhalb des Kreisviadukts am 8. und 9. Januar 2013 bewährte sich der 2009 errichtete Schutzdamm, so dass die Schäden diesmal weit geringer waren und der Fahrbetrieb bereits am 17. Februar – trotz einer längeren Zwangsunterbrechung der Aufräumarbeiten aufgrund des Winterwetters – wieder aufgenommen werden konnte.[4]

E. Bosshard: Die Berninabahn. In: Schweizerischer Ingenieur- und Architektenverein (Hrsg.): Schweizerische Bauzeitung. Band LIX, Nr. 8. Zürich 24. Februar 1912, S. 99–102, doi:10.5169/seals-29940 (Online). Geschäftsbericht 2009. (PDF, 6,1 MB) Rhätische Bahn, 2009, abgerufen am 24. August 2015. Referenzfehler: Ungültiges <ref>-Tag; kein Text angegeben für Einzelnachweis mit dem Namen rhb. Ab Sonntag rollen die RhB-Züge wieder. Südostschweiz, 15. Februar 2013, abgerufen am 24. August 2015.
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