Bardejov

Bardejov

Bardejov (deutsch Bartfeld, ungarisch Bártfa, polnisch Bardejów, lateinisch Bartpha) ist eine Stadt in der Ostslowakei. Der Stadtkern gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Bardejov (deutsch Bartfeld, ungarisch Bártfa, polnisch Bardejów, lateinisch Bartpha) ist eine Stadt in der Ostslowakei. Der Stadtkern gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Die heutige Stadt entwickelte sich aus einer alten slawischen Siedlung, in die (wohl erst im 13. Jahrhundert) deutsche Siedler einzogen. Die Siedlung verwendete das Augsburger (Magdeburger?) Recht. Im Jahre 1241 wurde die Siedlung zum ersten Mal ausführlich erwähnt, dabei erfährt man, dass es hier ein Zisterzienserkloster und deutsche Siedler gab, und dass Bardejov bereits eine hochentwickelte Siedlung war. 1376 wurde sie zu einer königlichen Stadt und 1405 zu einer königlichen Freistadt erhoben. Ihre größte Blüte erreichte die Stadt im 15. Jahrhundert; danach folgte zwar ein wirtschaftlicher Rückgang, auf geistigem Gebiet aber folgte ein Aufschwung. Anfang des 16. Jahrhunderts wurde Bardejov Bestandteil der Pentapolitana. In den 1520er und 1530er Jahren waren die deutschen Kaufleute aus Bardejov der Hauptkanal der Verbreitung der Lehre von Martin Luther in Südkleinpolen. Bereits im 16. Jahrhundert kamen Slowaken auch in die höchsten Ämter der Stadt, und die Stadt wurde früh slowakisiert.

In seinem Brief vom 22. November 1559 aus Erlau an Ferdinand, den Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, berichtet Antonius Verantius (Verancsics), Bischof von Erlau, dass sich der spätere Despot der Moldau, Jacobus Heraclides, bei ihm eingefunden und ihm über seine bisherigen Vorbereitungen zur Erlangung der Herrschaft im Woiwodat der Moldau berichtet habe. Dabei habe er auch in Bartfeld Station gemacht, wo ihm Verantius und Sigismundus Torda (in Eperies) empfohlen wurden.[1]

Im Holocaust wurden etwa 1000 jüdische Bewohner ermordet, die vor dem Krieg in Bardejov gelebt hatten und größtenteils deportiert wurden.[2] In der Stadt selbst wurden mindestens 39 Juden ermordet, darunter 33 verbliebene jüdische Bewohner.[3]

2017 wurde Bardejov der Ehrentitel „Reformationsstadt Europas“ durch die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa verliehen.[4][5]

Monumenta Hungariae Historica. 8. Band: 1559–1562. Magyar Történelmi Emlékek. Hrsg. von Verancsocs Antal, Összes Munkái. Eggenberger, Pest 1868, OCLC 257741162, Nr. XXXII, S. 104–105 (ungarisch, lateinisch). In Bardejov vor dem Krieg wohnhaft und ermordet: 1057. In: Yad Vashem: Zentrale Datenbank der Namen der Holocaustopfer (Beta), abgerufen am 3. Februar 2022 (darunter 69 Mehrfachnennungen im Jahr 2017 [manuelle Auszählung]). In Bardejov ermordet: 41. (abzgl. 2 Mehrfachnennungen [manuelle Auszählung]). In: Yad Vashem: Zentrale Datenbank der Namen der Holocaustopfer (Beta), zuletzt abgerufen am 25. März 2017. Reformationsstadt Bardejov. Slowakei. Die lutherische Hauptstadt der Slowakei. In: reformation-cities.org/cities, abgerufen am 24. April 2017. Bardejov. In: r2017.org, abgerufen am 24. April 2017.
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