قصر الحرانة

( Qasr Kharana )

Qasr Kharana (arabisch قصر خرّانة, DMG Qaṣr Ḫarrāna), bisweilen auch als Qasr al-Harrana, Qasr al-Kharanah, Kharaneh oder Hraneh bezeichnet, ist das bekannteste und eines der besterhaltenen Wüstenschlösser Jordaniens, einer Anzahl von kleinen Kastellen und Festungen, die im östlichen Teil des Landes verstreut zu finden sind. Sein Standort befindet sich etwa 60 km östlich der Hauptstadt Amman und in relativer Nähe zur saudi-arabischen Grenze im Gouvernement Amman. Aufgrund der sichtbaren Einflüsse sassanidischer Architektur zusammen mit einigen Graffiti in einem der oberen Räume ist zu vermuten, dass es bereits im späteren 7. Jahrhundert erbaut wurde. Es ist somit eines der frühesten Beispiele für die Islamische Architektur in dieser Region.

Die ursprüngliche Nutzung der Anlage ist bis heuteWeiterlesen

Qasr Kharana (arabisch قصر خرّانة, DMG Qaṣr Ḫarrāna), bisweilen auch als Qasr al-Harrana, Qasr al-Kharanah, Kharaneh oder Hraneh bezeichnet, ist das bekannteste und eines der besterhaltenen Wüstenschlösser Jordaniens, einer Anzahl von kleinen Kastellen und Festungen, die im östlichen Teil des Landes verstreut zu finden sind. Sein Standort befindet sich etwa 60 km östlich der Hauptstadt Amman und in relativer Nähe zur saudi-arabischen Grenze im Gouvernement Amman. Aufgrund der sichtbaren Einflüsse sassanidischer Architektur zusammen mit einigen Graffiti in einem der oberen Räume ist zu vermuten, dass es bereits im späteren 7. Jahrhundert erbaut wurde. Es ist somit eines der frühesten Beispiele für die Islamische Architektur in dieser Region.

Die ursprüngliche Nutzung der Anlage ist bis heute unklar. Da die innere Anordnung des Gebäudes auf keine militärische Verwendung hindeutet, ist der aufgrund seiner äußeren Erscheinung naheliegende Begriff „Burg“ für dieses Bauwerk keine zutreffende Bezeichnung. Zwar finden sich entlang seiner Außenmauern Schlitze, die an Schießscharten erinnern mögen, sie wurden jedoch mit Bestimmtheit nicht für einen solchen Zweck vorgesehen. Der Bau könnte dagegen eine Karawanserei oder ein Rastplatz für Händler gewesen sein, allerdings fehlt hierfür eine Wasserquelle, die sich gewöhnlich in der Nähe solcher Anlagen befinden müsste. Zudem liegt das Qasr Kharana auf keiner der wichtigen Handelsrouten dieser Region.

Unabhängig von seinem ursprünglichen Gebrauch ist das Bauwerk sehr gut erhalten. Da es nicht weit von Amman entfernt ist und direkt an einer Hauptverkehrsstraße liegt, ist es eines der am meisten besuchten Kastelle der jordanischen Wüste. Der Archäologe Stephen Urice befasste sich im Rahmen seiner Doktorarbeit mit dem Qasr Kharana und veröffentlichte seine Erkenntnisse später in einem Buch. Basierend auf seinen Studien war es in den späten 1970ern möglich, die zerfallenen und verwitterten Abschnitte des Gebäudes zu restaurieren.

 Im Innenraum zeigen sich deutliche sassanidische Einflüsse.

Das Wüstenschloss wurde wahrscheinlich während der Herrschaft der Umayyaden-Dynastie, spätestens in der Regierungszeit des Kalifen Al-Walid I. erbaut, die in der Zeit zwischen 705 und 715 lag. Gemäß Stephen Urice ist die Erbauung sogar noch früher zu datieren und dürfte in den Jahren zwischen 661 und 684 gelegen haben, der Anfangszeit der Dynastie.[1] Darauf lassen Stuckarbeiten schließen, die typisch waren für die Dekoration der Sassanidischen Baukunst und sich von allen anderen Bauten der Umayyaden, die auf spätere Perioden datiert werden, unterscheiden.[2] (Das Sassanidenreich war 651 untergegangen, seine Kultur übte aber erheblichen Einfluss auf den frühen Islam aus.) Das Qasr Kharana ist somit ein wichtiges Beispiel für die frühe Islamische Kunst und Islamische Architektur. Eine Datierung in spätsassanidische Zeit ist nicht ausgeschlossen, aber unwahrscheinlich.

In einem Raum im oberen Stockwerk wurde eine Inschrift in der Schrift der Umayyaden hinterlassen, die auf den Kalifen Al-Walid I. verweist. Aus ihnen lassen sich Hinweise auf die Entstehungszeit dieses Gebäudeabschnitts ableiten und diese geben einen Anhaltspunkt darauf, dass dieser Raum möglicherweise als Gästehaus genutzt wurde.[3] Aufgrund der ungewöhnlichen Art der Datierung ist die Echtheit der Inschrift allerdings umstritten.

Das Qasr Kharana kann einer Vielzahl an nichtmilitärischen, landwirtschaftlichen und/oder kommerziellen Agenden gedient haben, wie andere Prachtbauten der Umayyad in Großsyrien. Aufgrund der eingeschränkten Wasserversorgung ist es wahrscheinlich, dass das Qasr Kharana nur für eine vorübergehende Nutzung vorgesehen war. Dabei gibt es verschiedene Theorien über die Funktion der Anlage, die als Festung, als Treffpunkt für Beduinen (untereinander oder mit dem Statthalter der Ummayyad) oder als Karawanserei genutzt wurde.[4] Letzteres ist unwahrscheinlich, da es nicht direkt auf einer der großen Handelsroute dieser Zeit lag; zudem fehlt eine Quelle oder ein Brunnen, was notwendig gewesen wäre, um große Herden von Kamelen versorgen zu können.

In den folgenden Jahrhunderten wurde der Komplex verlassen und vernachlässigt. Zudem hinterließen mehrere Erdbeben Schäden an der Gebäudestruktur. So haben sich viele Risse derart erweitert, dass die West- und Südmauer vom Rest des Gebäudes isoliert wurde. Der österreichische Geograph Alois Musil entdeckte das Wüstenschloss schließlich im Jahr 1901 wieder, aber erst in den späten 1970er Jahren wurden umfangreiche Restaurierungsmaßnahmen an dem Gebäude durchgeführt. Während der Sanierung kam es zu einigen Veränderungen; so wurde eine Tür in der Ostwand verschlossen und in einigen Abschnitten wurden Zement- und Gipsmischungen verwendet, die nicht zu den ursprünglich verbauten Materialien passten.[5] Der Archäologe Stephen Urice beschäftigte sich zwischen 1977 und 1981 mit dem Gebäude und trug beratend zu den Umbauarbeiten am Qasr Kharana bei,[6] die zwischen 1976 und 1979 durchgeführt wurden. Anschließend verfasste er zu diesem Thema seine Doktorarbeit und veröffentlichte diese im Jahr 1987 als Buch unter dem Titel Qasr Kharana in the Transjordan.

Referenzfehler: Ungültiges <ref>-Tag; kein Text angegeben für Einzelnachweis mit dem Namen MedHeritage. Rina Talgam: The stylistic origins of Umayyad sculpture and architectural decoration. Teil 1. Otto Harrassowitz Verlag, 2002, ISBN 3-447-04738-0, S. 39 (google.de). Art-and-archaeology.com abgerufen am 3. Oktober 2011. Referenzfehler: Ungültiges <ref>-Tag; kein Text angegeben für Einzelnachweis mit dem Namen RoughGuide. Referenzfehler: Ungültiges <ref>-Tag; kein Text angegeben für Einzelnachweis mit dem Namen Ilayan paper. Christusrex Excursion to Jordan. (Memento des Originals vom 15. Dezember 2010 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.christusrex.org christusrex.org; abgerufen am 1. Oktober 2011.
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