Odense

Odense (, [ˈoːð̞ˀənsə], [ˈoð̞ˀn̩sə]) ist eine Großstadt auf der dänischen Insel Fünen. Sie bildet das Zentrum der Kommune Odense, Region Syddanmark. Die 182.387 Einwohner der Stadt (Stand 1. Januar 2023) nennt man Odenseaner.

Die drittgrößte Stadt des Landes ist Bischofssitz des Bistums Fünen und beheimatet den Hauptcampus der Süddänischen Universität.

Durch die Stadt verläuft der Fluss Odense Å. Über den Odense-Kanal ist er mit dem Odense-Fjord verbunden.

Die Stadt wurde erstmals 988 in einem Dokument, das von König Otto III. erstellt wurde, in der Form Othenesuuigensem erwähnt. Der Ortsname ist ein Sakralname, der den Ort als Heiligtum (altwestnordisch vé, altdänisch wæ) des Gottes Odin identifiziert. Frühste Namensformen finden sich auf einer Münzlegende aus der Zeit von 1018 bis 1035 als OĐSVI und bei Adam von Bremen als civitas Odansue.[1] Relativ früh trat die Umformung von vé zu altdän. Othinsø und awnord. Óðinsey ein, eine Verbindung mit altdän. ø und awnord. ey = die Insel.[2] Zu dieser Zeit wurde auch die Wikingerburg Nonnebakken gebaut. Um 1060 wurde Odense der Sitz des Bischofs der Insel Fünen. Hier wurden zahlreiche Klöster und Kirchen sowie kirchliche Stiftungen errichtet. Hierzu gehören die Vor Frue Kirke, die wohl älteste Kirche der Stadt, und der Dom Sankt Knuds Kirke.

1086 wurde König Knut IV. der Heilige in Odense ermordet. Während eines Bürgerkriegs wurde die Stadt im Jahr 1240 teilweise zerstört. 1355 bekam Odense die Rechte einer Handelsstadt. Der Lübecker Buchdrucker Johann Snell druckte 1482 in Odense die ersten Inkunabeln Dänemarks. Etwa 1500 zog Königin Christine, die Frau von König Hans, mit ihrem Hof nach Odense. Dadurch wuchsen die Stadt und der Handel. Die Reformation schadete ihr im Gegensatz etwa zu Ribe wenig. Um 1600 hatte die Stadt zwischen 5000 und 6000 Einwohner. Diese Zahl sank 1672 auf 3800, als die Stadt von schwedischen Truppen geplündert worden war. Von 1654 bis 1658 war Odense dänische Hauptstadt.

Die Einwohnerzahl stieg bis 1769 wieder auf 5200, womit Odense die zweitgrößte Stadt Dänemarks wurde. 1803 wurden auch der Kanal und der Hafen der Stadt ausgebaut. Damit begann die Industrialisierung in der Stadt. 1805 wurde Hans Christian Andersen, der wohl berühmteste Sohn der Stadt, geboren. Die Stadtmauern, die Odense jahrhundertelang umgaben, wurden im Jahr 1851 niedergerissen, da innerhalb der Mauern nicht mehr genügend Platz für die wachsende Industrie der Stadt war. Der Bau der Albanibrücke ermöglichte es, die Stadt in Richtung Süden zu erweitern. Durch die vermehrte Zuwanderung von Arbeitern stieg auch die Einwohnerzahl der Stadt weiter an. Mitte des 19. Jahrhunderts wurden das erste Gas- und Wasserwerk Dänemarks in der Stadt errichtet. Im Jahr 1865 wurde die erste Eisenbahnlinie auf der Insel Fünen in Betrieb genommen. Ab 1891 wurden die ersten Teile der Stadt mit Strom versorgt. 1935 wurde ein 177 Meter hoher Aussichtsturm in Stahlfachwerkbauweise, Odinstårnet, errichtet, der aber bereits 1944 wieder zerstört wurde.

1943 nahm der Widerstand gegen die deutsche Besatzung auch in Fünen zu. In Odense wurden vier junge Mediziner von deutschen Besatzern ermordet.

Seit 1956 wird der Hans Christian Andersen Preis immer am 2. April, dem Geburtstag des Dichters, in der Stadt verliehen. Von 1970 bis 2007 war Odense Kreishauptstadt von Fyns Amt.

Kristian Hald: Vore Stednavne. Kopenhagen 1950, S. 222. Jørgen A. Jacobsen, Eva Nyman: Odense. In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde (RGA). 2. Auflage. Band 21, Walter de Gruyter, Berlin/New York 2002, ISBN 3-11-017272-0, S. 542–546. (kostenpflichtig einsehbar bei Germanische Altertumskunde Online via de Gruyter Online)
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