Grande Dixence Dam

Grande Dixence Dam

Der Lac des Dix [ˌlakdeˈdis] ist ein Stausee, der im oberen Teil des Val d’Hérémence im Kanton Wallis in der Schweiz liegt. Die Staumauer Grande Dixence an der Dixence staut den See auf das Stauziel von 2364 m ü. M. auf. Sie liegt 17 km südlich der Kantonshauptstadt Sion, war 2015 die vierthöchste Staumauer der Welt und mit 285 Metern das höchste Bauwerk der Schweiz. See und Staumauer gehören zur Kraftwerksanlage Grande Dixence, werden aber auch von der Kraftwerksanlage Cleuson-Dixence genutzt.

Der Lac des Dix [ˌlakdeˈdis] ist ein Stausee, der im oberen Teil des Val d’Hérémence im Kanton Wallis in der Schweiz liegt. Die Staumauer Grande Dixence an der Dixence staut den See auf das Stauziel von 2364 m ü. M. auf. Sie liegt 17 km südlich der Kantonshauptstadt Sion, war 2015 die vierthöchste Staumauer der Welt und mit 285 Metern das höchste Bauwerk der Schweiz. See und Staumauer gehören zur Kraftwerksanlage Grande Dixence, werden aber auch von der Kraftwerksanlage Cleuson-Dixence genutzt.

Geschichte Erste Dixence-Staumauer 1934
 
Die alte Staumauer von 1934, kurz bevor sie im Juli 1957 zur Flutung des neuen Stausees geöffnet wurde

Von 1926 bis 1934 baute die Energie de l’Ouest Suisse S.A. (EOS) die erste Dixence-Staumauer mit 85 m Kronenhöhe. Sie wurde von den Ingenieuren Alfred Stucky und Jean Landry entworfen. Die Stromerzeugung erfolgte ab 1934 im Kraftwerk Chandoline.

Zwischen 1947 und 1951 wurde ein Zulaufstollen vom Lac de Cleuson zum Lac des Dix gebaut, um das für die Stromerzeugung verfügbare Volumen zu erhöhen.

Kraftwerksanlage Grande Dixence Grande Dixence Lage Koordinaten 585330 / 114558 Land Schweiz  Schweiz Kanton Wallis  WallisGewässer Lac des Dix, Lac de Cleuson Daten Typ zweistufige Speicherkraftwerksgruppe mit mehreren Pumpwerken Primärenergie Wasser Leistung turbinieren:
834 MW (2016 stillgelegt)
pumpen:
321 MW Eigentümer Alpiq Suisse: 60 %
Axpo Power: 131⁄3 %
BKW Energie: 131⁄3 %
IWB: 131⁄3 % Betreiber Hydro Exploitation SA Projektbeginn 1926 Betriebsaufnahme 1934 Stilllegung Zentralen:
Chandoline: 2013
Fionnay: 2016
Nendaz: 2016 Turbine 17 Pelton-Doppelturbinen:
Chandoline: 5
Fionnay: 6
Nendaz: 6 Eingespeiste Energie 2011 Gesamt:
940 GWh
Zentralen:
Chandoline: 115 GWh
Fionnay: 370 GWh
Nendaz: 455 GWh Website www.grande-dixence.ch Stand 2013 (ab 2017 alle Zentralen stillgelegt, Wasser wird von Bieudron genutzt)
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1950 wurde die Grande Dixence SA als Tochtergesellschaft der EOS gegründet mit dem Ziel, das Wasser aller Seitenflüsse der Rhone zwischen der Vispa und Dranse de Bagnes zu nutzen. Hierfür sollten eine neue Staumauer gebaut werden sowie ein über 100 km langes Netz von Zulaufstollen, um den See zu füllen. Die Wasserrechte an der Dranse de Bagnes jedoch wurden wider Erwarten nicht an die Grande Dixence SA vergeben, sondern an die Forces Motrices de Mauvoisin SA, welche den Lac de Mauvoisin mit den zugehörigen Kraftwerken baute.

Die Planung der Anlage führte das firmeneigene Büro mit Unterstützung von Alfred Stucky durch. Zur Finanzierung des Grossprojektes und zur Nutzung der von der Anlage erzeugten Energie suchte EOS nach weiteren Partnern, die in der Deutschschweiz gefunden wurden. Es waren dies die BKW, die NOK und die Stadt Basel. EOS blieb Hauptaktionär der Grande Dixence SA mit 60 % Anteil an der Gesellschaft.

Der Bau der neuen Grande Dixence Staumauer dauerte von 1951 bis 1965. Am Bauprojekt waren über 3000 Arbeiter beteiligt. Die Flutung wurde am 17. Juli 1957 durch das Öffnen der alten Staumauer eingeleitet. Die anderen Anlagenteile wurden zwischen 1961 und 1965 etappenweise in Betrieb genommen. Neben der Staumauer waren dies der 24 km lange Hauptstollen in 2400 Meter Höhe, welcher von vier Pumpstationen mit Wasser beschickt wird, und zwei neue Kraftwerke, die zusammen mit dem bestehenden Kraftwerk Chandoline die Kraft des aus dem gestauten See fliessenden Wassers in elektrische Energie umwandeln. Die Pumpstationen befinden sich in Zmutt und Stafel oberhalb von Zermatt sowie in Ferpècle und Arolla im Val d’Hérens, die Kraftwerke in Fionnay im Val de Bagnes und bei Nendaz im Rhonetal.

Kraftwerksanlage Cleuson-Dixence Cleuson-Dixence Lage Koordinaten 585632 / 114713 Land Schweiz  Schweiz Kanton Wallis  WallisGewässer Lac des Dix
(im Besitz von Grande Dixence) Daten Typ Speicherkraftwerk Primärenergie Wasser Leistung Bieudron: 1260 MW Eigentümer Alpiq Suisse: 7⁄22
Grand Dixence: 15⁄22 Betreiber Hydro Exploitation SA Projektbeginn 1993 Betriebsaufnahme 1999
(2009 nach Reparatur der Druckleitung) Stilllegung Dez. 2000 bis Jan. 2010 für Reparatur Druckleitung Turbine 3 vertikale Pelton-Turbinen Eingespeiste Energie 2019 2201 GWh Website www.alpiq.com Stand 1. Januar 2020
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Zwischen 1993 und 1998 wurden die bestehenden Anlagen mit dem Projekt Cleuson-Dixence ergänzt, das eine bessere Nutzung des Stauseeinhalts ermöglicht, indem ein zusätzliches Kraftwerk an den Stausee angeschlossen wurde. Für das neue Kraftwerk Bieudron mit einer Leistung von 1269 MW mussten eine Wasserfassung in die Staumauer gebohrt sowie ein 15,8 km langer Zuführungsstollen und eine 4,3 km langer Druckstollen mit Wasserschloss gebaut werden. Die Anlage kostete 1,3 Mia CHF und liegt vollständig unterirdisch. Die Gesamtleistung der vom Lac des Dix versorgten Kraftwerke konnte man hiermit auf das 2,5fache steigern, womit es möglich wurde, den Inhalt des Stausees während nur 1000 Stunden zu verarbeiten. Die Leistung des Kraftwerks Bieudron entspricht ungefähr derjenigen eines AKW und kann innerhalb von nur drei Minuten dem Netz zur Verfügung gestellt werden.[1]

Bruch des Druckstollens 2000

Am 12. Dezember 2000 gegen 20:10 Uhr barst der 1999 in Betrieb genommene, dicht unter der Hangoberfläche verlaufende Druckstollen mit einer Nennweite von 3,2 m, die das Wasser vom Wasserschloss Tracouet (2250 m ü. M.) zum Kraftwerk in Bieudron (540 m ü. M.) führt. Die Leitung wurde zwischen Condémines und Fey (1234 m ü. M.) auf einer Länge von 9 m bis zu einer Spaltbreite von 60 cm aufgerissen. Eine 3 m lange Längsnaht der Stahlverkleidung barst, und der Riss pflanzte sich über weitere zwei Schüsse des Rohres fort. Der Kopfschieber am Wasserschloss wurde sofort automatisch geschlossen. Es traten ungefähr 27 000 m³ Wasser aus, die sich ab diesem Schieber oberhalb der Bruchstelle im Rohr befanden.[2][3]

Dadurch kamen drei Menschen ums Leben und es wurden sieben Berghütten und vier Scheunen von den Wasser-, Fels- und Erdmassen zerstört, 17 andere Berg- und Gartenhütten sowie drei Bauernhöfe beschädigt und etwa 100 Hektar Wald, Weiden und Obstgärten durch Schlamm verwüstet. Die Strasse zwischen Sion und Riddes und die Rhone selbst wurden verschüttet.

Das für die Deckung der Spitzenlast konzipierte Kraftwerk Bieudron mit einer Leistung von 1269 MW fiel danach mehrere Jahre aus. Nach erfolgter Instandsetzung wurde die Anlage im Januar 2010 wieder in Betrieb genommen.[4][5] Der Betriebsleiter und ein Verantwortlicher des Stollen-Herstellers wurden im August 2008 wegen fahrlässiger Tötung zu einer Geldstrafe auf Bewährung verurteilt.[6][7]

Der wirtschaftliche Verlust durch den Ausfall der Generatoren in Bieudron ist von besonderer Art: Es handelte sich um einen Leistungsverlust, aber nicht um einen (Energie-)Produktionsverlust, da das Wasser aus dem Lac des Dix immer noch in den bestehenden Kraftwerken von Fionnay, Nendaz und Chandoline genutzt werden konnte.

Stilllegung Zentrale Chandoline 2013

Die Zentrale Chandoline wurde am 1. Mai 2013 stillgelegt, weil ihr Betrieb nicht mehr wirtschaftlich war. Im Jahr 2015 war der Abbau der technischen Anlagen im Gange.[8]

Mikrorisse in der Druckleitung 2016

Im Sommer 2016 wurden während der Revision Mikrorisse in den Schweissnähten der Druckleitung von der Zentrale Nendaz gefunden. Vom Schaden ist nur der zwischen Péroua und Condémines verlaufende oberirdische Teil der Leitung betroffen. Die Zentralen Nendaz und Fionnay wurden deshalb nicht mehr in Betrieb genommen und der betroffene Teil der Druckleitung entleert. Der Schaden soll für 48,5 Mio. SFr. repariert werden, die vorbereitenden Arbeiten begannen im Sommer 2019. Eine Wiederinbetriebnahme ist für 2023 vorgesehen.[9]

Cleuson-Dixence. (Nicht mehr online verfügbar.) Alpiq Schweiz, archiviert vom Original am 22. März 2016; abgerufen am 13. Mai 2015. Cleuson-Dixence en Valais: une catastrophe absolue. auf LeTemps.ch, 14. Dezember 2000. Dossier „Rupture du puits blindé Cleuson-Dixence“. (PDF) April 2002, abgerufen am 23. August 2009 (französisch, Link defekt, Dokument nicht mehr auffindbar im Netz). Eröffnungsansprache. (PDF; 96 kB) (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 8. November 2011; abgerufen am 8. Juni 2010.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.grande-dixence.ch Comité Française de Méchanique des Roches (Hrsg.): Rupture et réparation de la conduite en charge de Cleuson-Dixence. Schweizer Fernsehen: SF Videoportal – Tagesschau – Urteil gefällt. (Video) 6. August 2007, abgerufen am 23. August 2009. Tribunal fédéral, 6B_337/2008 /rod, Arrêt du 7 janvier 2009 GEH Dixence. In: Hydroscope. 24. Juni 2015, S. 13 (issuu.com). Nendaz: une conduite forcée aérienne sera remplacée. In: Le Nouvelliste. 27. April 2020, abgerufen am 7. Mai 2020 (französisch).
Fotografien von:
Daniel Reust - CC BY-SA 4.0
Position
2014
Rank
609

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