Qaqortoq

Qaqortoq [qɑˈqɔtːɔq] (nach alter Rechtschreibung K'aĸortoĸ; dänisch Julianehåb [juliˈaːnəˌhɔˀb]) ist eine grönländische Stadt im Distrikt Qaqortoq in der Kommune Kujalleq. Qaqortoq ist als fünftgrößte Stadt des Landes sowohl Hauptort der ehemaligen Gemeinde Qaqortoq als auch der heutigen Kommune.

18. und 19. Jahrhundert  Qaqortoq in einer Lithografie von Theodor Bergh aus dem Jahr 1861 Qaqortoq (um 1889)

Der dänische Kaufmann Peder Olsen Walløe (1716–1793) errichtete 1751 ein Torfmauerhaus in Qaqortoq, in dem er überwinterte. Er hatte den Ort als guten Hafen und guten Jagdplatz erkannt. Das Haus stand mindestens 1914 noch, als Louis Bobé eine Inschrift zur Erinnerung an Walløe anbrachte.[1]

Im Sommer 1775 gründete Anders Olsen in Qaqortoq die Kolonie Julianeshaab. Er benannte sie nach der dänischen Königin Juliane Marie, die zu diesem Zeitpunkt die Witwe von König Friedrich V. war. Der Name wurde später zur Julianehaab. Anders Olsen blieb nur bis 1780 in der Kolonie, bevor er sich im Alter als Viehzüchter in Igaliku niederließ, wo er eine bedeutende Familie hinterließ.[1]

1802 bezeichnete Niels Rosing Bull die Kolonie als sehr vorteilhaften Ort.[1]

20. Jahrhundert  Qaqortoq (um 1900) Qaqortoq auf einem Gemälde von Emanuel A. Petersen von 1921

Ab 1911 war Qaqortoq Hauptort der Gemeinde Julianehaab, der noch der Wohnplatz Kangermiutsiaat angehörte, der aber eigentlich außerhalb der Gemeindegrenze lag. Die Gemeinde war Teil des 4. Landesratswahlkreises Südgrönlands.[2]

1919 lebten in Qaqortoq 21 Europäer und 390 Grönländer. Unter den europäischen Bewohnern waren der Kolonialverwalter, der Assistent, ein Volontär, ein Bootsführer, ein Schäfereiversuchsleiter, ein Arzt, eine Krankenschwester, und der Pastor. Unter den Grönländern waren 46 Jäger, neun Fischer, ein Vorsteher, zwei Bootsführer, drei Zimmermänner, ein Schmied und Büchsenmacher, ein Maschinenschmied, fünf Böttcher, zwei Kolonisten, sechs Lehrlinge, eine Hebamme, ein Schäfereihelfer, zwei Katecheten und ein Leser. Die Grönländer lebten in 58 Wohnhäusern. Die Wohnung des Kolonialverwalters stammte aus dem Jahr 1804 und war ein Stockwerkbau mit 184 m² mit fünf Zimmern, Büro und Laden und Lagerraum im Dachgeschoss. Die Assistentenwohnung wurde 1890 gebaut, war ein Fachwerkgebäude mit Bretterverkleidung, maß 119 m² und hatte drei Zimmer und eine Küche. Die Wohnung des Bootsführers stammte aus dem Jahr 1849 und war ein Steinhaus von 71 m² mit zwei Zimmern und Küche. Das Mannschaftshaus wurde ebenfalls 1849 errichtet und war baugleich. Außerdem gab es zwei Proviantläden von 1853 und 1914, eine Zimmerer- und Böttcherwerkstatt von 1781, eine Schmiede von 1871, eine Bäckerei von 1863, ein Speckhaus mit Proviantlager aus dem 18. Jahrhundert, eine Tranbrennerei von 1878, eine Brauerei, ein Bootshaus, ein Materialhaus, zwei Kohlehäuser, ein Fässerhaus, ein Pulverhaus und einen Stall. Das Arztwesen hatte ein altes Krankenhaus aus Stein, eine Apotheke als Torfmauerhaus, ein neues Krankenhaus von 1908 mit 133 m² mit drei Krankenzimmern für 15 Patienten, Operationssaal und einem Zimmer für die Krankenschwester, sowie eine Arztwohnung von 1886, die 116 m² groß war. Die Kirche maß 154 m² und stammte aus dem Jahr 1832. Ursprünglich war sie nach norwegischer Art gebaut, wurde aber 1911 komplett umgebaut. Die Pastorenwohnung maß 89 m² und war ein Stockwerkbau von 1872 von vier Zimmern, Veranda, Küche, zwei Dachgeschosszimmern, Stall und Nebengebäude. Die Schule wurde 1909 errichtet, war 135 m² groß und umfasste zwei Zimmer, einen Versammlungssaal und eine Leichenkapelle.[2]

Anfangs befand sich der Ort völlig zwischen den beiden flankierenden Bergen an dem Fluss, der den Tasersuaq mit dem Meer verbindet. Bis zu den 1930er Jahren war der Ort jedoch so stark gewachsen, dass man auch die beiden Berge bebaute.[3] 1929 wurde in Qaqortoq das erste Schwimmbad Grönlands gebaut. 1950 erhielt Qaqortoq ein Kraftwerk und wurde damit elektrifiziert. 1952 wurde ein großer Kai mit einer Länge von 30 m errichtet. 1953 wurde eine Feuerwehrstation errichtet. In den 1950er Jahren wurden mehrere Sozialinstitutionen wie Kindergärten und Altenheime gegründet. Aus derselben Zeit stammt die Schule, die seither laufend ausgebaut wurde. 1962 wurde ein Wasserwerk errichtet. Neben der seit 1923 bestehenden und 1953 ausgebauten Salzerei wurde 1963 eine private Fischfabrik errichtet. 1964 wurde Qaqortoq über einen Heliport an den Luftverkehr angeschlossen. Anfang der 1970er Jahre erhielt Qaqortoq ein neues Krankenhaus mit 50 Betten. Neben dem alten Krankenhaus hatte es ab 1947 ein Kindertuberkulosekrankenhaus gegeben.[4]

Qaqortoq war von 1950 bis zur Verwaltungsreform im Jahr 2009 Hauptort der Gemeinde Qaqortoq und ist seither Hauptort der Kommune Kujalleq.[5]

↑ a b c Louis Bobé: Beskrivelse af Distrikterne i Sydgrønland: Julianehaab Distrikt. Historie. Kolonien. In: Georg Carl Amdrup, Louis Bobé, Adolf Severin Jensen, Hans Peder Steensby (Hrsg.): Grønland i tohundredeaaret for Hans Egedes landing (= Meddelelser om Grønland. Band 60–61). Band 2. C. A. Reitzel Boghandel, Kopenhagen 1921, S. 554 f. (Digitalisat im Internet Archive). ↑ a b Ole Bendixen: Beskrivelse af Distrikterne i Sydgrønland: Julianehaab Distrikt. Bopladser i Julianehaab Distrikt. Kolonien Julianehaab. In: Georg Carl Amdrup, Louis Bobé, Adolf Severin Jensen, Hans Peder Steensby (Hrsg.): Grønland i tohundredeaaret for Hans Egedes landing (= Meddelelser om Grønland. Band 60–61). Band 2. C. A. Reitzel Boghandel, Kopenhagen 1921, S. 504 ff. (Digitalisat im Internet Archive). Qaqortoq. Kommunalplan der Kommune Kujalleq (2017–2028). Pie Barfod, Gudrun Ebbesen, Holger Balle: Egedesminde. In: Niels Nielsen, Peter Skautrup, Christian Vibe (Hrsg.): Grønland (= Trap Danmark. Femte Udgave. Band XIV). G. E. C. Gads Forlag, 1970, ISBN 87-12-88316-6, S. 394–401. Eigil Christiansen: Qaqortoq. Den Store Danske.
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