Castell Coch

Castell Coch ist eine Burg in Wales. Die als Kulturdenkmal der Kategorie Grade I klassifizierte und als Scheduled Monument geschützte Anlage liegt an einem bewaldeten Berghang im Tal des River Taff nördlich von Tongwynlais, etwa 9 km nordwestlich von Cardiff. Der walisische Name bedeutet übersetzt Rote Burg.

 Castell Coch auf einem Gemälde von Julius Ibbetson, 1808

Vermutlich errichten die normannischen Eroberer gegen Ende des 11. Jahrhunderts während der Eroberung von Gwent eine Motte an der Stelle der Burg, die aber bereits wenig später aufgegeben wurde, als das Gebiet als Senghenydd wieder unter walisische Herrschaft geriet. Der Legende nach soll der walisische Fürst Ifor Bach eine erste Burg gebaut haben, doch ist diese These ebenso ungesichert wie die Vermutung, dass Ifors Nachfahre Gruffudd ap Rhys um 1250 mit dem Bau der Burg begonnen hat.[1][2] Vermutlich wurde die Burg von Gilbert de Clare, Lord of Glamorgan errichtet, nachdem er 1267 Senghenydd besetzt und Gruffudd ap Rhys entmachtet hatte. Zuerst wurde die Ringmauer errichtet, die durch zwei Rundtürme verstärkt wurde. Kurz darauf wurde die Ringmauer erhöht und verstärkt, dazu wurde die Burg durch den Bau des südöstlichen Turms und des Torhauses verstärkt. Nach de Clares Tod 1295 fiel die Burg an seine Witwe und schließlich nach dessen Volljährigkeit an seinen Sohn Gilbert. Vermutlich wurde die Burg kurz nach dessen Tod in der Schlacht von Bannockburn 1314 von walisischen Aufständischen durch Unterminierung der Mauern erobert und zerstört, denn im Gegensatz zu den anderen Burgen der Region wird Castell Coch weder während der Rebellion von Llywelyn Bren 1316 noch beim Aufstand der Barone gegen Hugh le Despenser 1321 erwähnt. Die Burg wurde nicht wieder aufgebaut und verfiel völlig, so dass im 19. Jahrhundert nur noch der südwestliche Turm und die Ringmauer nennenswert erhalten waren.

 Innenhof

Nachdem 1850 und von 1870 bis 1871 archäologische Untersuchungen der Ruine stattgefunden hatten, ließ der 3. Marquess of Bute ab 1875 die Burg im historisierenden Stil auf den alten Grundmauern wieder aufbauen. Die Burg war jedoch nie als Wohnsitz gedacht, sondern sollte als Sommerhaus und privater Rückzugsort neben dem Hauptwohnsitz Cardiff Castle dienen. Der Architekt William Burges errichtete die Burg äußerlich im Stil einer Burg des 13. Jahrhunderts, auch wenn die Kegeldächer und die unterschiedlich hohen Türme eher an eine Burg am Mittelrhein oder im Loire-Tal als an eine walisische Burg erinnern. Der äußere Wiederaufbau war 1879 abgeschlossen, doch als Burges 1881 starb, hatte er für den Innenausbau erst Entwürfe erarbeitet. Der weitere Ausbau in einem teils überaus prächtigen neugotischen Stil zog sich unter Leitung von William Frame und J. S. Chapple noch bis 1891 hin. Nach ihrer Vollendung soll der Bauherr seine Burg jedoch nie mehr besucht haben, und auch nach seinem Tod 1900 wurde die Burg nur wenig und unregelmäßig von seiner Familie genutzt. 1950 übergab der 5. Marquess of Bute die Burg dem Staat, heute wird sie von Cadw verwaltet und kann besichtigt werden.

 Drawing Room im Keep Royal Commission on the Ancient and Historical Monuments of Wales: An Inventory of the Ancient Monuments in Glamorgan: III - Part 1b: Medieval Secular Monuments the Later Castles from 1217 to the present, HMSO, London 2000, ISBN 978-1-871184-22-8, S. 106 Adrian Pettifer: Welsh Castles. A Guide by Counties. Boydell, Woodbridge 2000, ISBN 978-0-85115-778-8, S. 91
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