台灣南島語 ( Formosa-Sprachen )

Die Formosa-Sprachen (auch Formosanische oder Taiwan-Sprachen) sind die Sprachen der indigenen Völker Taiwans. Die von der Republik China auf Taiwan anerkannten Ureinwohner Taiwans machen 2 % der Inselbevölkerung aus. Dennoch können viele Ureinwohner wegen der politischen und kulturellen Vorherrschaft des Hochchinesischen ihre angestammte Muttersprache nicht mehr fließend sprechen. Dieser Sprachwechsel führte zum Sprachtod von geschätzten 10 der ehemals 26 Sprachen. Weitere vier beziehungsweise fünf Sprachen sind im Aussterben begriffen, weitere gehören zu den bedrohten Sprachen.

Die Sprachen der Ureinwohner Taiwans haben große Bedeutung für die Historische Linguistik, da Taiwan die Urheimat aller austronesischen Sprachen ist. Nach dem Sprachexperten Robert Blust bilden die Formosa-Sprachen neun der zehn Zweige der austronesischen Sprachen, während der zehnte Zweig um die 1.200 nichttaiwanesische malayo-polynesische Sprachen enthält. Obwohl einige Linguisten mit der Theorie Blusts nicht übereinstimmen, bleibt der Konsens erhalten, dass die austronesischen Sprachen in Taiwan ihre Herkunft finden. Diese Theorie wurde durch weitere genetische Bevölkerungsstudien untermauert.